Radiation Services & Products

Strahlungsfestigkeit

Radiation Hardness Assurance (RHA) bzw. Strahlungsfestigkeit hilft dabei, Strahlungseffekte auf Elektronik frühzeitig zu erkennen, Risiken zu bewerten und geeignete Gegenmaßnahmen zu entwickeln.

So unterstützen wir unsere Kunden dabei, Systeme auch unter anspruchsvollen Strahlungsbedingungen zuverlässig zu betreiben.

jetzt anfragen

Strahlenschutz - Wissen

Was ist Strahlungsfestigkeit?

Radiation Hardness Assurance (RHA) bzw. Strahlungsfestigkeit ist ein zentraler Baustein, um die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit elektronischer Komponenten und Systeme sicherzustellen, die in strahlungsintensiven Umgebungen eingesetzt werden – etwa in der Raumfahrt, Luftfahrt, Nuklearmedizin oder in anspruchsvollen industriellen Anwendungen.

RHA umfasst umfassende Test-, Bewertungs- und Qualitätssicherungsprozesse, mit denen untersucht wird, wie sich ionisierende Strahlung auf die elektrische Performance und die langfristige Funktionsfähigkeit von Elektronik auswirkt. Ziel ist es, sicherzustellen, dass Ihre Produkte strenge internationale Standards erfüllen und auch in kritischen Einsatzbereichen zuverlässig funktionieren, in denen Ausfälle keine Option sind.

Die Maßnahmen der Radiation Hardness Assurance helfen dabei, Strahlungseffekte auf Elektronik frühzeitig zu identifizieren, Risiken zu quantifizieren und geeignete Gegenmaßnahmen umzusetzen, sodass Systeme auch unter anspruchsvollen Strahlungsbedingungen zuverlässig betrieben werden können. 

Strahlungsumgebungen

Elektronische und elektromechanische Systeme sind – abhängig von ihrem Einsatzgebiet – sehr unterschiedlichen Strahlungsumgebungen ausgesetzt. Diese reichen von intensiver kosmischer und solarer Strahlung im Weltraum bis hin zu Strahlungsfeldern in industriellen Anlagen, medizinischen Anwendungen oder Teilchenbeschleunigern.

Ein klares, missions- oder anwendungsspezifisches Verständnis dieser Strahlungsumgebungen bildet die Grundlage einer erfolgreichen Radiation Hardness Assurance (RHA). Eine präzise Definition der Strahlungsumgebung ermöglicht die Auswahl geeigneter Testmethoden, die Vorhersage möglicher Strahlungseffekte sowie die Qualifikation von Komponenten und Systemen für einen zuverlässigen Betrieb über den gesamten Lebenszyklus.

Seibersdorf Laboratories unterstützt Kunden bei der Definition, Modellierung und Analyse von Strahlungsumgebungen und liefert damit eine fundierte Grundlage für RHA-Programme, Qualifikationskampagnen und die Optimierung von Systemdesigns.

Strahlungsumgebung im Weltraum

Die Strahlungsumgebung im Weltraum gehört zu den anspruchsvollsten Umgebungen für elektronische Systeme. Sie variiert je nach Missionsprofil, Orbit, Höhe und Missionsdauer.

Sie setzt sich aus verschiedenen Teilchenquellen zusammen, die elektronische Systeme beeinträchtigen oder sogar zum Ausfall führen können. Daher ist eine frühzeitige Identifikation der missionsspezifischen Strahlungsspektren entscheidend für die Planung der Radiation Hardness Assurance und die Einhaltung internationaler Standards.

Wichtige Strahlungsquellen im Weltraum

  • Solar Energetic Particles (SEP)
    Hochenergetische Protonen und Ionen, die bei Sonnenaktivität entstehen und sowohl kurzfristige Störungen als auch langfristige Schäden verursachen können.
  • Galaktische kosmische Strahlung (GCR)
    Ein kontinuierlicher Fluss hochenergetischer Teilchen aus dem interstellaren Raum, der zur kumulativen Strahlungsbelastung beiträgt.
  • Eingefangene Strahlungsgürtel
    Energiereiche Elektronen und Protonen, die im Erdmagnetfeld eingeschlossen sind (z. B. Van-Allen-Gürtel) und je nach Orbit unterschiedliche Strahlenexposition verursachen.

Die detaillierte Definition der Strahlungsumgebung für Weltraummissionen kombiniert:

  • orbitabhängige Teilchenspektren
  • Abschirmungseffekte
  • Missionsdauer

Daraus werden realistische Fluenzprofile und Dosisverläufe berechnet. Diese Daten bilden eine zentrale Grundlage für RHA-Programme und dienen als Input für Teststrategien zur Qualifikation gegenüber:

  • Total Ionizing Dose (TID)
  • Displacement Damage (DD)
  • Single Event Effects (SEE)

Typische Ergebnisse einer Strahlungsumgebungsanalyse

  • Orbitabhängige Teilchenspektren und Fluenzprofile
  • Abschirmungsanalysen und kumulative Dosisprognosen
  • Strahlungsmodelle für Testplanung und Simulation
  • Dokumentation für Qualifikation, Risikoanalyse und Normkonformität

Verwandte Themen

  • Strahlungseffekte und Testmethoden (TID, DD, SEE)
  • Standards und Qualifikationsunterstützung

Anwendungspezifische Strahlungsumgebungen

Strahlungsbedingte Herausforderungen treten nicht nur im Weltraum auf. Auch viele erdgebundene oder industrielle Anwendungen erfordern eine sorgfältige Planung der Radiation Hardness Assurance.

Seibersdorf Laboratories definiert maßgeschneiderte Strahlungsprofile und unterstützt RHA-Programme für verschiedenste nicht-raumfahrtbezogene Anwendungen, bei denen ionisierende Strahlung die Leistungsfähigkeit elektronischer Systeme beeinflusst.

Nuklearanlagen
In der Nähe von Reaktoren oder Brennstoffhandhabungssystemen treten komplexe Mischfelder aus Gamma-, Neutronen- und Betastrahlung auf. Komponenten müssen daher qualifiziert werden, um Sicherheits-, Zuverlässigkeits- und regulatorische Anforderungen zu erfüllen.

Beschleunigerumgebunge
Teilchenbeschleuniger erzeugen hochenergetische Strahlungsfelder mit unterschiedlichen Teilchentypen. Hier müssen Verschiebungsschäden (DD), Single Event Effects (SEE) und Materialdegradation bereits bei der Planung der Strahlungstests berücksichtigt werden.

Nuklearmedizin und Gesundheitswesen
Bildgebende Systeme und Strahlentherapieanlagen arbeiten in kontrollierten, aber intensiven Strahlungsfeldern. RHA stellt sicher, dass elektronische Systeme auch bei wiederholter klinischer Nutzung zuverlässig funktionieren.

Luftfahrt und Avionik
Kosmische Strahlung in Flug­höhen kann zu Soft Errors und kumulativen Strahlungseffekten in Avionik-Systemen führen. Eine genaue Analyse dieser Umgebungen unterstützt geeignete Design- und Qualifikationsstrategien.

Zur Ableitung robuster Strahlungsprofile kombinieren wir:

  • internationale Normen
  • Messdaten aus Experimenten
  • physikalische Simulationen
  • betriebliche Randbedingungen

Diese Analysen ermöglichen Ihnen:

  • geeignete RHA-Testpläne und Akzeptanzkriterien zu definieren
  • Qualifikations- und Zertifizierungsprozesse zu unterstützen
  • die lebensdauerbedingte Strahlenexposition abzuschätzen
  • Designentscheidungen und Strahlungstoleranzstrategien zu optimieren

Dieser ganzheitliche Ansatz stellt sicher, dass Ihre Produkte unter realistischen Einsatzbedingungen validiert werden – im Weltraum ebenso wie in industriellen, medizinischen oder luftfahrtbezogenen Anwendungen.

Kosmische Strahlung am Boden

Selbst an der Erdoberfläche können kosmische Strahlen Auswirkungen auf elektronische Systeme haben. Hochenergetische Teilchen aus dem Weltraum erzeugen in der Atmosphäre sekundäre Neutronen und weitere Teilchen, die empfindliche Elektronik stören können.

Diese Wechselwirkungen können Soft Errors oder transiente Ereignisse in Speicherbausteinen, Prozessoren und anderen Halbleiterkomponenten auslösen.

Eine häufig verwendete Zuverlässigkeitskennzahl ist die Failure-In-Time-Rate (FIT). Sie beschreibt die erwartete Anzahl von Ausfällen pro einer Milliarde Betriebsstunden. Analysen der kosmischen Strahlung auf Bodenniveau helfen abzuschätzen, wie häufig strahlungsinduzierte Ereignisse in realen Produkten auftreten können und fließen in RHA-Planung, Designvalidierung und langfristige Zuverlässigkeitsstrategien ein.

Strahlungseffekte

Elektronische Komponenten können je nach Strahlungsquelle, Energiespektrum und Expositionsdauer unterschiedliche Formen von Degradation oder Ausfall zeigen. In der Radiation Hardness Assurance werden daher drei grundlegende Kategorien von Strahlungseffekten betrachtet:

  • Total Ionizing Dose (TID) – kumulative Ionisationsschäden über die Zeit
  • Displacement Damage (DD) – strukturelle Schäden im Kristallgitter durch Teilcheninteraktionen
  • Single Event Effects (SEE) – einzelne Ausfälle durch hochenergetische Teilchenereignisse

Diese drei Hauptmechanismen sind auch in internationalen RHA-Standards definiert. 

Das Verständnis des jeweils relevanten Strahlungseffekts ist entscheidend, um eine geeignete Teststrategie und Qualifikationsmethodik festzulegen.

Typische Symptome nach Strahlungseffekt

 

EffektCharakterTypische SymptomeTypische Anwendungen
TIDkumulativParameterdrift, erhöhter Leckstrom, Threshold-VerschiebungenRaumfahrt, Nukleartechnik, Medizintechnik
DDkumulativ (nicht-ionisierend)Verstärkungsverlust, erhöhter Dunkelstrom, verringerte optische EffizienzOptoelektronik, Sensoren
SEEEinzelereignisBit-Flips, Latch-up, Burnout, transiente FehlerRaumfahrt, Avionik, hochzuverlässige Elektronik

Wann welche Strahlungstests erforderlich sind

 

  • Lange Missionsdauer oder hohe Gesamtdosis → TID-Tests
  • Optische Sensoren, Solarzellen oder bipolare Bauteile → DD-Tests
  • Digitale Elektronik, FPGA, ASIC oder Leistungselektronik → SEE-Tests

Effekte der Gesamtionisierenden Dosis (Total Ionizing Dose – TID)

Die Gesamtionisierende Dosis (Total Ionizing Dose, TID) beschreibt die kumulative Schädigung elektronischer Bauteile durch langfristige Exposition gegenüber ionisierender Strahlung – insbesondere durch Gamma-Strahlung, Röntgenstrahlung und geladene Teilchen.

Die Strahlung erzeugt elektrische Ladungen in isolierenden Schichten von Halbleiterbauelementen (z. B. in Gate-Oxiden). Diese Ladungen können in Materialdefekten eingeschlossen werden und sogenannte Grenzflächenzustände erzeugen, wodurch sich elektrische Parameter verändern und die Leistungsfähigkeit des Bauteils schrittweise verschlechtert. 

Typische durch TID verursachte Degradationseffekte

  • Verschiebung der Schwellspannung (Threshold Voltage) bei MOSFET-Transistoren
  • Erhöhung von Leckströmen
  • Verstärkungsabnahme bei bipolaren Bauelementen
  • Zeitverzögerungen in analogen und digitalen Schaltungen
  • Funktionsausfall bei hohen akkumulierten Strahlungsdosen

Wichtige Parameter

  • Gesamtdosis (Gy / rad) – erwartete Strahlenexposition über die Lebensdauer einer Mission oder Anwendung
  • Dosisleistung (Dose Rate) – Unterscheidung zwischen hohen und niedrigen Dosisraten
  • ELDRS (Enhanced Low Dose Rate Sensitivity) – besonders relevant für bipolare Technologien, die bei niedrigen Dosisraten empfindlicher reagieren können

Besonders betroffene Bauteile

  • Analoge integrierte Schaltungen
  • Leistungs-MOSFETs
  • Lineare Spannungsregler
  • ADCs / DACs
  • Raumfahrtqualifizierte sowie COTS-Elektronik (Commercial Off-The-Shelf)

Die Bewertung von TID-Effekten ist entscheidend für Anwendungen in der Raumfahrt, Nukleartechnik, Medizintechnik sowie für langlebige industrielle Systeme, in denen Elektronik über lange Zeiträume Strahlung ausgesetzt ist.

Effekte von Verschiebungsschäden (Displacement Damage – DD)

Displacement Damage (DD) entsteht, wenn hochenergetische Teilchen – etwa Protonen oder Neutronen – Atome aus ihren Positionen im Kristallgitter eines Halbleiters verdrängen.

Im Gegensatz zu TID wirkt sich DD hauptsächlich auf die Kristallstruktur des Materials aus. Die Stärke dieser Effekte wird häufig mithilfe des Konzepts des Nicht-ionisierenden Energieverlusts (Non-Ionizing Energy Loss, NIEL) quantifiziert.

Typische durch DD verursachte Degradationen

  • Verringerung der Verstärkung in bipolaren Transistoren
  • Erhöhung des Dunkelstroms in Bildsensoren
  • Verringerte Effizienz von Solarzellen
  • Abnahme der optischen Leistung von LEDs und Laserdioden

Häufig betroffene Komponenten

  • Optoelektronische Bauelemente
  • Bildsensoren
  • Photodioden
  • Solarzellen
  • Bipolare Bauteile

DD-Tests sind besonders wichtig für protonenreiche Weltraumumgebungen, Beschleunigeranlagen sowie nukleare Anwendungen.

Einzelereigniseffekte (Single Event Effects – SEE)

Single Event Effects (SEE) entstehen, wenn ein einzelnes hochenergetisches Ion oder ein sekundäres Teilchen elektrische Ladung in einer empfindlichen Region eines Halbleiterbauelements erzeugt.

Dies kann zu temporären Fehlfunktionen oder dauerhaften Schäden führen.

SEE-Klassifikation

  • SEU (Single Event Upset) – Bit-Flip in Speicher oder Logik
  • SEL (Single Event Latch-up) – potenziell zerstörerischer Kurzschlusszustand mit hohem Strom
  • SET (Single Event Transient) – kurzzeitige Spannungsstörung in analogen oder digitalen Schaltungen
  • SEFI (Single Event Functional Interrupt) – Funktionsunterbrechung auf Bauteilebene
  • SEB / SEGR – katastrophale Ausfälle in Leistungshalbleitern

Risiko- und Mitigationsstrategien

  • Strahlungsresistentes Schaltungsdesign
  • Fehlererkennung und Fehlerkorrektur (EDAC)
  • Redundanzkonzepte und Watchdog-Systeme
  • Strombegrenzung und Schutzschaltungen

Schwerionen- vs. Laser-Tests

  • Heavy-Ion-Tests – realistische Simulation der Schwerionenumgebung im Weltraum
  • SEE-Laser-Tests – hochauflösende Lokalisierung empfindlicher Bereiche und schnelle Design-Validierung

SEE-Tests sind besonders relevant für Raumfahrtelektronik, Avionik, Automotive-Sicherheitsanwendungen und hochzuverlässige digitale Systeme.

Strahlungseffekte in terrestrischen Umgebungen

Strahlungseffekte beschränken sich nicht auf den Weltraum. Auch in Flughöhen der Luftfahrt und sogar auf Bodenniveau können sekundäre kosmische Strahlungsteilchen – insbesondere Neutronen – Fehler in modernen Halbleitertechnologien auslösen.

Typische Herausforderungen durch terrestrische Strahlung

  • Soft Error Rate (SER) in Speicherbausteinen
  • Bit-Flips in Automotive-Steuergeräten
  • Transiente Fehler in industrieller Elektronik
  • Zuverlässigkeitsrisiken in Rechenzentren und Dateninfrastruktur

Im Vergleich zur Raumfahrt sind die Strahlungsniveaus am Boden zwar niedriger, jedoch kontinuierlich vorhanden. Mit zunehmender Flughöhe sowie mit fortschreitender Miniaturisierung von Halbleiterstrukturen steigt das Risiko strahlungsinduzierter Fehler.

Analysen der Strahlungsumgebung am Boden helfen dabei,

  • realistische Failure-In-Time (FIT)-Raten zu bestimmen
  • Zuverlässigkeitsprognosen für Automotive-, Avionik- und Industriesysteme zu erstellen

Dieses Thema verbindet anwendungsspezifische Strahlungsumgebungen mit der Analyse von Single Event Effects und stellt sicher, dass RHA-Programme alle relevanten Strahlungseinflüsse berücksichtigen.

 

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen TID und SEE?

TID beschreibt eine kumulative Degradation über die Zeit, während SEE durch ein einzelnes hochenergetisches Teilchen verursacht wird.

Benötigen auch terrestrische Systeme Strahlungstests?

Ja. Selbst auf Meereshöhe kann kosmische Strahlung Soft Errors in modernen Halbleitertechnologien verursachen.

Können mehrere Effekte gleichzeitig auftreten?

Ja. Viele Anwendungen erfordern eine kombinierte Bewertung von TID, DD und SEE im Rahmen eines umfassenden RHA-Programms.

RHA & Qualifikationsübersicht

Radiation Hardness Assurance (RHA) – auf Deutsch häufig als Strahlungsfestigkeits-Absicherung oder Strahlungsqualifikation bezeichnet – ist ein strukturierter End-to-End-Prozess, der sicherstellt, dass elektronische Komponenten und Systeme zuverlässig in Strahlungsumgebungen funktionieren. Dazu zählen Anwendungen in Raumfahrtmissionen, Luftfahrt, Nukleartechnik, Medizintechnik und anderen Hochzuverlässigkeitsbereichen.

Eine erfolgreiche Qualifikation umfasst weit mehr als reine Tests. Sie kombiniert Strahlungsumgebungsanalysen, Risikoanalysen, technische Designentscheidungen und die Einhaltung internationaler Normen zu einer nachvollziehbaren und auditierbaren Qualifikationsstrategie.

RHA umfasst grundsätzlich alle Maßnahmen, die sicherstellen, dass elektronische Systeme auch nach Exposition gegenüber Strahlung weiterhin innerhalb ihrer Spezifikationen arbeiten. 

Bei Seibersdorf Laboratories begleiten wir unsere Kunden über den gesamten RHA-Lebenszyklus hinweg.

Radiation Hardness Assurance Services

Unsere RHA-Consulting-Services übersetzen Strahlungsanforderungen in konkrete technische Maßnahmen und Qualifikationsstrategien.

Die Unterstützung wird individuell an Projektphase, Branche und regulatorische Anforderungen angepasst.

Zentrale Beratungsleistungen

  • Analyse der Strahlungsumgebung
  • Entwicklung von Testplänen (TID, DD, SEE)
  • Auswahl geeigneter Normen und Standards
  • Bewertung von Bauteilen und Technologien (COTS vs. rad-hard)
  • Entwicklung von Strahlungsschutz- und Mitigationsstrategien
  • Analyse vorhandener Strahlungstestdaten
  • Risikobewertung und Margin-Analysen

Der End-to-End-RHA-Prozess

1. Anforderungsdefinition

Festlegung der missions- oder anwendungsspezifischen Anforderungen:

  • Missionsprofil oder Einsatzszenario
  • Betriebsdauer und Lebenszyklus
  • Orbit oder Betriebsumgebung
  • Zuverlässigkeits- und Sicherheitsanforderungen

2. Definition der Strahlungsumgebung

Analyse der realistischen Strahlungsbedingungen, denen das System ausgesetzt sein wird.

Typische Aspekte:

  • Orbitalmodellierung und Strahlungsspektren
  • Analyse terrestrischer Strahlungsumgebungen
  • Annahmen zur Abschirmung (Shielding)
  • Bestimmung von Dosis- und Teilchenflüssen

3. Design- und Bauteilauswahl

Bewertung der geeigneten Technologien und Komponenten.

Beispiele:

  • Auswahl zwischen COTS-Bauteilen und strahlungsresistenten Komponenten (rad-tolerant / rad-hard)
  • Technologie- und Prozessbewertung
  • Definition möglicher Mitigationsstrategien (z. B. Redundanz, EDAC, Abschirmung)

4. Entwicklung des Testplans

Definition der erforderlichen Strahlungstests auf Basis der Missionsanforderungen.

Typische Testmethoden:

  • Total Ionizing Dose (TID)
  • Displacement Damage (DD / TNID)
  • Single Event Effects (SEE)

Die Testbedingungen werden in der Regel nach internationalen Standards definiert, z. B.:

  • ECSS (European Cooperation for Space Standardization)
  • ESCC (European Space Components Coordination)
  • MIL-STD-Standards

5. Durchführung der Tests

Strahlungstests werden unter kontrollierten Laborbedingungen durchgeführt, typischerweise:

  • in akkreditierten Strahlungstestlaboren
  • mit reproduzierbaren und rückführbaren Messmethoden
  • unter definierten Betriebsbedingungen der Testobjekte

6. Datenanalyse & Berichterstattung

Auswertung der Testergebnisse und Bewertung der Strahlungsrobustheit.

Dabei werden unter anderem analysiert:

  • Parameteränderungen
  • Degradationstrends
  • Ausfallschwellen und Fehlermodi
  • statistische Bewertung der Messergebnisse

7. Qualifikation & Abnahme

Abschließend erfolgt die formale Qualifikation des Systems oder Bauteils.

Typische Ergebnisse:

  • formale Testberichte und Datenpakete
  • Nachweis der Normkonformität
  • Bewertung der Einhaltung definierter Akzeptanzkriterien

Dieser strukturierte Ansatz hilft,

  • technische Risiken zu reduzieren
  • Entwicklungszyklen zu verkürzen
  • und die Zuverlässigkeit von Missionen und Produkten sicherzustellen.

Warum Radiation Hardness Assurance wichtig ist

Ionisierende Strahlung kann elektronische Systeme sowohl langfristig degradieren als auch plötzliche Ausfälle verursachen.

Ohne ein strukturiertes RHA-Programm werden diese Risiken oft erst nach der Inbetriebnahme sichtbar – zu einem Zeitpunkt, an dem Gegenmaßnahmen schwierig oder extrem kostspielig sind.

Beispiele für Risiken:

  • Raumfahrt: Verlust von Nutzlast oder vollständiges Missionsversagen
  • Luftfahrt oder Automotive: sicherheitskritische Fehlfunktionen
  • Medizintechnik: mögliche Auswirkungen auf Diagnostik oder Therapie
  • Rechenzentren und industrielle Systeme: Zuverlässigkeitsprobleme durch Soft Errors

Ein strukturiertes RHA-Programm bietet daher:

  • planbare Systemzuverlässigkeit
  • Norm- und Zertifizierungskonformität
  • reduziertes Geschäfts- und Missionsrisiko
  • transparente Qualifikationsdokumentation

Wenn Sie ein neues Projekt starten oder bestehende Hardware bewerten möchten, ist eine strukturierte RHA-Analyse der erste Schritt.

Typische Projektergebnisse

Unsere Projekte liefern klar strukturierte Dokumentationspakete, zum Beispiel:

  • Radiation Hardness Assurance Plan (RHA-Plan)
  • Test Specification / Test Matrix
  • Radiation Test Report & Data Package
  • Component Evaluation Report
  • Qualification Roadmap & Risk Assessment

Diese Dokumentation gewährleistet vollständige Nachvollziehbarkeit und Audit-Fähigkeit und unterstützt:

  • interne Design-Reviews
  • Kunden-Audits
  • Zertifizierungs- und Qualifikationsprozesse

Komponentenqualifikation

Die Komponentenqualifikation stellt sicher, dass einzelne Bauteile die erforderliche Strahlungsrobustheit besitzen, bevor sie in ein System integriert werden.

Eine strukturierte Qualifikationsstrategie umfasst typischerweise:

  • Auswahl geeigneter Bauteil-Lots
  • Bewertung von Rückverfolgbarkeit und Produktionschargen
  • Entscheidung zwischen Screening und vollständiger Qualifikation
  • Definition von Akzeptanzkriterien
  • Margin-Analysen relativ zur Missionsumgebung
  • statistische Bewertung der Testergebnisse

Screening vs. Qualifikation

Screening

  • bestätigt die grundlegende Strahlungsrobustheit eines bestimmten Bauteil-Lots

Qualifikation

  • bestätigt die Eignung eines Bauteils für ein spezifisches Missionsprofil oder eine definierte Lebensdauer

Typische Ergebnisse

  • detailliertes Strahlungstest-Datenpaket
  • Konformitätserklärung zu den definierten Anforderungen
  • Verifikation der Akzeptanzkriterien

Die Komponentenqualifikation ist eng verknüpft mit:

  • Strahlungstestmethoden (TID, DD, SEE)
  • Labor- und Testinfrastruktur

Systemqualifikation & Validierung

Während Bauteiltests entscheidend sind, können sich Systemrisiken auf Baugruppen- oder Systemebene deutlich unterscheiden.

Dies hängt beispielsweise ab von:

  • Leiterplattenlayout
  • Stromversorgungsarchitektur
  • Redundanzkonzepten
  • Software-Interaktionen

Die Systemqualifikation betrachtet daher unter anderem:

  • SEE-Empfindlichkeit auf Board- und Subsystem-Ebene
  • Robustheit der Stromversorgung und Latch-up-Schutzmechanismen
  • Propagation von Transienten und Funktionsunterbrechungen
  • kombinierte Umweltbelastungen

Ergänzend können eingesetzt werden:

  • FMEA (Failure Mode and Effects Analysis)
  • Simulationen und Modellierung der Strahlungsreaktion
  • Vergleich mit Bauteil-Testdaten

Eine klare Rückverfolgbarkeit von Anforderungen über Tests bis zur Validierung stellt sicher, dass Systeme zuverlässig qualifiziert werden und regulatorische Anforderungen erfüllt sind.

Standards & Compliance

Radiation Hardness Assurance und Strahlungsqualifikation werden typischerweise gemäß international anerkannten Normen durchgeführt.

Die Auswahl des richtigen Regelwerks hängt von Missionstyp, Branche und vertraglichen Anforderungen ab.

Wichtige Raumfahrtstandards

  • ECSS – European Cooperation for Space Standardization
  • ESCC – European Space Components Coordination
  • MIL-STD – US-Militärstandards

Diese Normen definieren Anforderungen für:

  • Strahlungstests
  • Dokumentation
  • Akzeptanzkriterien
  • Qualitätssicherungsprozesse

Testqualität & Akkreditierung

Strahlungstests unter ISO/IEC-17025-Akkreditierung gewährleisten:

  • technische Kompetenz der Prüflabore
  • validierte Testmethoden
  • rückführbare Kalibrierungen
  • qualitätsgesicherte Prozesse
  • reproduzierbare und international anerkannte Ergebnisse

Die frühzeitige Auswahl der passenden Standards verhindert teure Redesign-Schleifen und erleichtert eine reibungslose Qualifikation und Projektabnahme.

Strahlungsfestigkeit

Leistungen

Seibersdorf Laboratories bietet ein vollständiges Portfolio an Dienstleistungen im Bereich Strahlungseffekte und Strahlungsqualifikation – von experimentellen Tests über Simulation und Strahlungsumgebungsanalyse bis hin zu technischer Beratung.

zur Leistungsübersicht

Strahlungsfestigkeit

Branchen & Anwendungsfälle

Strahlungseffekte sind keine abstrakten physikalischen Phänomene – sie führen zu ganz realen Risiken für technische Systeme. Dazu zählen Missionsverluste, sicherheitskritische Störungen, Verzögerungen bei Zertifizierungen, unerwartete Feldausfälle oder kostspielige Redesign-Schleifen in der Entwicklung.

Elektronische Komponenten reagieren empfindlich auf ionisierende Strahlung, da diese ihre elektrischen Eigenschaften verändern oder Fehlfunktionen auslösen kann. Deshalb sind strukturierte Maßnahmen der Radiation Hardness Assurance (RHA) erforderlich, um die Funktionsfähigkeit von Elektronik in Strahlungsumgebungen sicherzustellen. 

Je nach Anwendung – Raumfahrt, Nukleartechnik, Medizintechnik, Luftfahrt, Halbleiterindustrie oder Automotive-Systeme – entstehen unterschiedliche technische, regulatorische und qualifikationsbezogene Anforderungen durch Strahlungseinflüsse.

Radiation Hardness Assurance sorgt dafür, dass diese Risiken frühzeitig erkannt, analysiert, getestet und dokumentiert werden, bevor Systeme in Betrieb gehen. Dadurch lassen sich Entwicklungsrisiken reduzieren und die langfristige Zuverlässigkeit kritischer Elektroniksysteme sicherstellen.

Seibersdorf Laboratories unterstützt Unternehmen und Organisationen bei branchenspezifischen Strahlungsqualifikationsprogrammen – von der Analyse der Strahlungsumgebung über Komponenten- und Systemtests bis hin zu normgerechter Dokumentation und formaler Qualifikation.

Pfeil nach links
Pfeil nach rechts

Verifikation, Lot Acceptance Testing & ECSS-Konformität

Raumfahrt

In institutionellen und agenturgeführten Raumfahrtmissionen ist die Strahlungsqualifikation von Elektronik keine optionale Designmaßnahme, sondern eine vertragliche und missionskritische Anforderung.

Ein einzelner strahlungsinduzierter Ausfall im Orbit kann zum vollständigen Missionsverlust führen, erhebliche Verzögerungen im Projektzeitplan verursachen und Millionen an ungeplanten Kosten nach sich ziehen.

Deshalb muss Ihre Flight Hardware umfassend gegen die missionsspezifische Strahlungsumgebung verifiziert und gemäß international anerkannten Standards dokumentiert werden, beispielsweise:

  • ECSS-Q-ST-60-15 – Radiation Hardness Assurance
  • ESCC-Strahlungstestmethoden
  • relevante MIL-Standards

Der ECSS-Standard für Radiation Hardness Assurance definiert die Anforderungen für RHA-Programme in Raumfahrtprojekten und behandelt insbesondere die drei zentralen Strahlungseffekte Total Ionizing Dose (TID), Displacement Damage (TNID/DD) und Single Event Effects (SEE). 

mehr erfahren

Schnelle, risikobasierte Qualifikation für kommerzielle Missionen

New Space

In der NewSpace-Ära werden Raumfahrtmissionen von ambitionierten Zeitplänen, begrenzten Budgets und neuen Geschäftsmodellen geprägt. Um Entwicklungszeiten zu verkürzen und Kosten zu senken, setzen viele Programme auf Commercial-off-the-Shelf-Komponenten (COTS). Diese bieten oft moderne Technologie und kurze Lieferzeiten, verfügen jedoch häufig über keine vollständige Strahlungscharakterisierung für den Einsatz im Weltraum. 

Ohne eine klare Strategie zur Radiation Hardness Assurance (RHA) können dadurch versteckte Zuverlässigkeitsrisiken entstehen, die sich auf Missionsleistung, Systemstabilität oder das Vertrauen von Investoren und Stakeholdern auswirken.

Da NewSpace-Teams meist unter engen Zeit- und Ressourcenbedingungen arbeiten, benötigen sie pragmatische und belastbare Qualifikationsstrategien, die schnell aussagekräftige Ergebnisse liefern – ohne Entwicklungsprozesse unnötig zu verzögern oder Budgets zu sprengen.

mehr erfahren

Strahlungsexposition in großen Flughöhen und Systemzuverlässigkeit

Luftfahrt & Avionik

Selbst Systeme, die ausschließlich innerhalb der Erdatmosphäre betrieben werden, sind gegenüber erhöhten Strahlungsniveaus ausgesetzt – deutlich stärker als am Boden. Moderne Verkehrsflugzeuge operieren typischerweise in Reiseflughöhen von 10–12 km oder darüber, wo die schützende Wirkung der Atmosphäre deutlich abnimmt.

In diesen Höhen wird die Elektronik in Flugzeugen verstärkt von sekundärer kosmischer Strahlung beeinflusst. Diese entsteht, wenn hochenergetische kosmische Teilchen mit Atomkernen der Atmosphäre kollidieren und eine Kaskade sekundärer Partikel erzeugen. Zu diesem Strahlungsfeld gehören unter anderem Neutronen, Protonen, Myonen und weitere sekundäre Teilchen, die auch Avioniksysteme erreichen können. 

Solche Partikel können transiente oder latente Fehler in elektronischen Komponenten auslösen, etwa sogenannte Single Event Effects (SEE) oder Soft Errors in Mikroelektronik. 

Mit der fortschreitenden Miniaturisierung moderner Halbleitertechnologien im Nanometerbereich steigt zudem die Empfindlichkeit gegenüber solchen Effekten. Klassische Zuverlässigkeitsmodelle, die Strahlungseinflüsse nicht berücksichtigen, können daher das tatsächliche Risiko moderner Avioniksysteme unterschätzen.

mehr erfahren

Zuverlässige Elektronik in hochintensiven Strahlungsfeldern

Nuklearanlagen & Teilchenbeschleuniger

Elektronische Systeme, die in nuklearen Anlagen – etwa Kernkraftwerken, Forschungsreaktoren oder nuklearen Mess- und Steuerungssystemen – sowie in Teilchenbeschleunigerumgebungen eingesetzt werden, sind einigen der anspruchsvollsten Strahlungsbedingungen außerhalb des Weltraums ausgesetzt.

Diese Umgebungen sind durch dauerhaft hohe Strahlungsniveaus und komplexe Mischfelder aus verschiedenen Teilchenarten gekennzeichnet, darunter:

  • Gamma-Strahlung
  • Neutronen
  • Protonen
  • sekundäre Teilchen aus Wechselwirkungen mit Materialien

Solche Strahlungsfelder können Materialien und elektronische Komponenten über lange Zeiträume hinweg degradieren und dadurch die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit technischer Systeme beeinträchtigen. 

In nuklearen und beschleunigerbasierten Anwendungen können selbst kleine Veränderungen der elektronischen Eigenschaften erhebliche Auswirkungen auf Sicherheitssysteme, Regelkreise, Messinstrumente und den Anlagenbetrieb haben. Deshalb müssen Strahlungseffekte bereits lange vor der Inbetriebnahme vollständig verstanden, quantifiziert und kontrolliert werden.

mehr erfahren

Medizin (Foto: AdobeStock)

Präzision, Zuverlässigkeit und Sicherheit in strahlungsbelasteter Medizinelektronik

Medizintechnik & Nuklearmedizin

Medizinische Bildgebungs- und Strahlentherapiesysteme arbeiten in kontrollierten ionisierenden Strahlungsfeldern, die für Diagnose und Behandlung unverzichtbar sind – gleichzeitig jedoch eine Herausforderung für die Elektronik darstellen, die diese Technologien ermöglicht.

Geräte wie PET-Scanner, CT-Bildgebungssysteme und Steuerungseinheiten für Strahlentherapieanlagen sind während des klinischen Betriebs wiederholt ionisierender Strahlung ausgesetzt. Selbst geringe Veränderungen elektronischer Parameter können die Bildqualität, die Präzision der Therapie oder letztlich die Patientensicherheit beeinflussen.

Strahlungsvalidierung bedeutet in diesem Kontext daher nicht nur regulatorische Konformität, sondern auch:

  • konstante Systemleistung über lange Betriebszeiten,
  • stabile elektronische Parameter trotz wiederholter Exposition,
  • belastbare Daten für Zulassungs- und Qualitätsdokumentation.

mehr erfahren

Von nanoskaligen Chips bis zu sicherheitskritischen Systemen

Strahlungsempfindlichkeit moderner Technologien

Mit der fortschreitenden Miniaturisierung von Halbleiterstrukturen und der zunehmenden Verbreitung elektronischer Systeme in nahezu allen Branchen treten strahlungsinduzierte Effekte auch außerhalb extremer Umgebungen wie Raumfahrt oder Kerntechnik immer stärker in den Vordergrund.

Sekundärteilchen aus terrestrischer kosmischer Strahlung, die entstehen, wenn kosmische Strahlen mit der Erdatmosphäre interagieren, können selbst auf Meereshöhe Soft Errors, Bit-Flips und andere transiente Fehler in modernen integrierten Schaltungen verursachen. 

Mit sinkenden Strukturgrößen und geringerer kritischer Ladung (critical charge) steigt die Empfindlichkeit moderner Bauelemente gegenüber solchen Effekten weiter an. Dadurch werden strahlungsinduzierte Fehler zu einem wichtigen Faktor für:

  • Systemzuverlässigkeit
  • funktionale Sicherheit
  • Langzeitbetrieb und Missionszuverlässigkeit

Für Entwickler, Hersteller und Systemarchitekten in den Bereichen Halbleiter, Industrieelektronik und Automotive wird es daher immer wichtiger, die Strahlungsempfindlichkeit ihrer Systeme zu verstehen und quantitativ zu validieren.

Details zu den einzelnen Branchen

Details zu Raumfahrt

Strahlungsumgebung & Risiko

In institutionellen und agenturgeführten Raumfahrtmissionen ist die Strahlungsqualifikation von Elektronik keine optionale Designmaßnahme, sondern eine vertragliche und missionskritische Anforderung. Elektronik im Orbit ist je nach Missionsprofil unterschiedlichen Anteilen von Total Ionizing Dose (TID), Displacement Damage (DD / TNID) und Single Event Effects (SEE) ausgesetzt. Bereits ein einzelner strahlungsinduzierter Ausfall kann zu Funktionsverlust, Nutzlastschaden oder zum vollständigen Missionsausfall führen.

Für Satelliten, wissenschaftliche Nutzlasten, Avionik im Raumfahrzeug oder Subsysteme bedeutet das: Die Flight Hardware muss gegen die missionsspezifische Strahlungsumgebung verifiziert und in Einklang mit anerkannten Standards wie ECSS-Q-ST-60-15, ESCC-Strahlungstestmethoden und relevanten MIL-Standards dokumentiert werden.

Typische Anforderungen & Herausforderungen

Raumfahrtkunden müssen in jeder Projektphase – von der Bauteilauswahl über Design Reviews bis zur formalen Abnahme – technische Sicherheit, Nachvollziehbarkeit und Normkonformität nachweisen. Typische Anforderungen sind:

  • Lot Acceptance Testing (LAT) für Flight Hardware und Bauteil-Lots
  • Verifikation gegenüber missionsspezifischen Dosis- und Teilchenspektren
  • Margin-Analysen und Worst-Case-Bewertungen für Design Reviews und Mission Boards
  • unabhängige Bewertung vorhandener Lieferantendaten
  • auditfähige Dokumentation für Qualification Boards, Reviews und Zertifizierungen

Die größte Herausforderung liegt oft nicht im einzelnen Test, sondern in der Verbindung aus Umgebungsdefinition, Bauteilbewertung, Testdurchführung, statistischer Bewertung und reviewtauglicher Dokumentation.

Wie wir Sie unterstützen

Seibersdorf Laboratories kombiniert technische Expertise, standardisierte Methoden und einen integrierten Qualifikationsprozess, um Raumfahrtprojekte effizient und belastbar zu unterstützen.

Wir definieren zunächst die missions- und orbitbezogene Strahlungsumgebung und bestimmen die zu erwartenden Spektren und Belastungen für TID, DD und SEE unter Berücksichtigung von Orbit, Missionsdauer, Abschirmung und Systemarchitektur. Darauf aufbauend führen wir lot-spezifische TID-, DD- und SEE-Tests durch – in eigenen Einrichtungen, wo möglich, sowie über unser europäisches Partnernetzwerk für spezialisierte Teilchenstrahlen.

Zur Bewertung der Strahlungsrobustheit wenden wir etablierte Verfahren an, darunter Worst-Case-Analysen, statistische Toleranzgrenzen und Radiation Design Margin Bewertungen. Ergänzt wird dies durch normgerechte Berichte mit Testplänen, Testmatrizen, Dosimetrie-Rückverfolgbarkeit und strukturierten Ergebnisdarstellungen für Audits und Reviews.

Ihr Nutzen

Eine strukturierte Radiation Hardness Assurance in der Raumfahrt liefert weit mehr als nur das Bestehen einzelner Bestrahlungstests.

Sie schafft:

  • Design-Sicherheit durch belastbare Daten zum Verhalten Ihrer Elektronik im Orbit
  • Risikominimierung durch frühe Identifikation kritischer Ausfallmechanismen
  • Norm- und Review-Konformität gegenüber ECSS, ESCC, MIL und Missionsgremien
  • Planbarkeit im Projekt durch weniger Überraschungen und geringere Redesign-Risiken

Ihr Partner für Raumfahrtqualifikation

Unser RHA-Prozess wird auf Ihr Missionsprofil zugeschnitten, stellt vollständige Rückverfolgbarkeit sicher und liefert qualifikationsreife Nachweise für Abnahmeentscheidungen – von der frühen Testplanung bis zum finalen Qualifikationsbericht. 

Seibersdorf Laboratories ist Ihr Partner, wenn es darum geht, Raumfahrtelektronik belastbar, nachvollziehbar und normkonform gegen Strahlung zu qualifizieren.

Details zu New Space

Strahlungsumgebung & Risiko

NewSpace-Missionen sind von schnellen Entwicklungszyklen, begrenzten Budgets und einem hohen Innovationsdruck geprägt. Gleichzeitig kommen häufig Commercial-Off-The-Shelf-Komponenten (COTS) zum Einsatz, um Entwicklungszeiten zu verkürzen und Kosten zu reduzieren. Das Problem: Viele dieser Bauteile verfügen über keine oder nur unvollständige Strahlungscharakterisierung für den Einsatz im Orbit.

Dadurch entstehen versteckte Risiken. Ein FPGA ohne SEE-Daten, ein ASIC ohne belastbare TID-Charakterisierung oder unklare Designmargen können sich direkt auf Missionsleistung, Systemstabilität, Investor Confidence und Time-to-Orbit auswirken.

Typische Anforderungen & Herausforderungen

Typische NewSpace-Programme stehen vor Fragen wie:

  • Für ein gewähltes Bauteil existieren keine Schwerionen- oder SEE-Daten
  • eine vollständige klassische Qualifikation nach ECSS oder MIL ist zeitlich oder wirtschaftlich nicht realistisch
  • Investoren, Kunden oder Prime Contractors verlangen dokumentierte Risikominderung
  • Entscheidungen zu Abschirmung, Redundanz und COTS-Auswahl müssen schnell und belastbar getroffen werden

Die Herausforderung liegt darin, in kurzer Zeit technisch sinnvolle und wirtschaftlich vertretbare Entscheidungen zu treffen – ohne sich in überdimensionierten Testprogrammen zu verlieren.

Wie wir Sie unterstützen

Seibersdorf Laboratories verfolgt für NewSpace einen praxisorientierten, risikobasierten Upscreening-Ansatz. Ausgangspunkt ist eine missionsspezifische Strahlungsrisikoanalyse, bei der Orbit, erwartete Teilchenspektren, Systemexposition und Abschirmung bewertet werden.

Darauf aufbauend konzentrieren wir uns auf kritische Komponenten und charakterisieren diese gezielt in Bezug auf TID und SEE. Ergänzend analysieren wir Ausfallschwellen, Betriebsgrenzen und Design-Margins, um technische Prioritäten für Systemdesign und Mitigation ableiten zu können.

Wo sinnvoll, ergänzen wir diese Analysen durch Board- und System-Level-Strahlungstests sowie SEE-Laser-Screening, um empfindliche Bereiche in Schaltungen schnell zu identifizieren und frühe Designvalidierung zu ermöglichen.

Unsere Berichte sind bewusst so aufgebaut, dass sie Engineering-Teams, Projektleitung, Investoren und Review-Gremien gleichermaßen nutzen können: prägnant, evidenzbasiert und entscheidungsorientiert.

Ihr Nutzen

Ein strukturiertes, risikobasiertes Upscreening ermöglicht NewSpace-Projekten:

  • geringere Kosten und kürzere Testzyklen
  • frühe technische Sicherheit im Designprozess
  • belastbare Trade-off-Entscheidungen zwischen COTS, Abschirmung und Redundanz
  • nachvollziehbare Risikobewertungen für Stakeholder und Investoren
  • beschleunigte Qualifikation ohne unnötige Überprüfung nichtkritischer Bauteile

Ihr Partner für NewSpace- und COTS-to-Space-Qualifikation

Seibersdorf Laboratories unterstützt NewSpace-Teams dabei, Unsicherheiten in fundierte technische Entscheidungen zu überführen. 

Mit missionsspezifischer Risikoanalyse, fokussierten Testprogrammen, schneller Auswertung und ergänzenden Verfahren wie SEE-Laser-Screening helfen wir Ihnen, zuverlässige COTS-to-Space-Strategien mit technischer Robustheit und wirtschaftlicher Effizienz zu realisieren. 

Details zu Luftfahrt & Avionik

Strahlungsumgebung & Risiko

Auch innerhalb der Erdatmosphäre sind elektronische Systeme in relevanten Höhen deutlich höheren Strahlungsniveaus als am Boden ausgesetzt. In typischen Reiseflughöhen moderner Verkehrsflugzeuge nimmt die Schutzwirkung der Atmosphäre ab, und sekundäre kosmische Strahlung – vor allem Neutronen, Protonen, Myonen und weitere Sekundärteilchen – erreicht Avioniksysteme in relevantem Ausmaß.

Mit zunehmender Miniaturisierung moderner Halbleitertechnologien steigt die Empfindlichkeit gegenüber Soft Errors und Single Event Effects. Klassische Zuverlässigkeitsmodelle, die diesen Einfluss nicht berücksichtigen, können das tatsächliche Risiko moderner Avioniksysteme unterschätzen.

Typische Anforderungen & Herausforderungen

Für Luftfahrt- und Avioniksysteme stellen sich insbesondere folgende Anforderungen:

  • Bewertung von Bit-Flips und Single Event Upsets in Flugsteuerungs-, Navigations- und Sensordaten
  • Analyse transiente Fehler in Kommunikations- und Avioniksystemen
  • Nachweis der Soft Error Rate (SER) und FIT-Werte für Safety- und Certification-Prozesse
  • Absicherung der Langzeitzuverlässigkeit moderner Prozessor- und Speicherarchitekturen

Die Herausforderung liegt darin, Strahlungseinflüsse systematisch in Functional Safety, Fehlertoleranzdesign und Zuverlässigkeitsnachweise zu integrieren.

Wie wir Sie unterstützen

Seibersdorf Laboratories bietet spezialisierte Analysen und Testdienstleistungen für die Luftfahrt. Wir untersuchen die höhenabhängige Strahlungsumgebung und bewerten, wie sich Teilchenfluss, Energieverteilungen und Dosis mit Flughöhe, Route und atmosphärischen Bedingungen verändern.

Zusätzlich bestimmen wir SER- und FIT-Kennwerte für Bauteile und Systeme und liefern damit quantitative Grundlagen für Architekturentscheidungen, Redundanzkonzepte und Fehlermanagement.

Ergänzend charakterisieren wir die SEE-Empfindlichkeit elektronischer Bauteile mithilfe von Simulationen, Laboranalysen und Tests in spezialisierten Strahlungsanlagen – unter Bedingungen, die der realen Strahlungsumgebung in Flughöhen entsprechen.

Ihr Nutzen

Strahlungsanalysen für Avionik liefern konkrete Vorteile:

  • realistischere Zuverlässigkeitsprognosen für moderne VLSI-Elektronik
  • belastbare Safety-Argumente für sicherheitskritische Systeme
  • quantitative Daten für Zertifizierungsunterlagen
  • fundierte Entscheidungen zu Hardware-Robustheit, Redundanz und Systemkomplexität

Ihr Partner für strahlungsrobuste Avionik

Seibersdorf Laboratories verbindet Strahlungsphysik, Systemverständnis der Luftfahrttechnik und maßgeschneiderte Analysen. 

Wir unterstützen Ihr Team dabei, robuste und zuverlässige Avioniksysteme für reale Betriebsbedingungen in großen Flughöhen zu entwickeln, zu bewerten und abzusichern.

Details zu Nuklearanlagen & Teilchenbeschleuniger

Strahlungsumgebung & Risiko

Elektronische Systeme in Nuklearanlagen, Forschungsreaktoren und Teilchenbeschleunigerumgebungen sind einigen der anspruchsvollsten Strahlungsbedingungen außerhalb des Weltraums ausgesetzt. Charakteristisch sind dauerhaft hohe Strahlungsniveaus und komplexe Mixed-Field-Umgebungen mit Gamma-Strahlung, Neutronen, Protonen und sekundären Teilchen.

Diese Umgebungen können Materialien und Elektronik über lange Zeiträume degradieren. Selbst kleine Veränderungen elektrischer Eigenschaften können in sicherheitsrelevanten Anwendungen erhebliche Auswirkungen auf Steuerung, Messung, Regelkreise und Anlagenverfügbarkeit haben.

Typische Anforderungen & Herausforderungen

Typische Anforderungen in Nuklear- und Beschleunigeranwendungen umfassen:

  • Bewertung hoher kumulativer ionisierender Dosis (TID)
  • Analyse von Parameterdrift in Sensor- und Steuerungselektronik
  • Untersuchung von Displacement Damage bei neutronenreichen Umgebungen
  • Nachweis der Langzeitstabilität über die gesamte Betriebsdauer
  • Erstellung umfangreicher Datenpakete für regulatorische Freigaben und Sicherheitsnachweise

Die Herausforderung liegt darin, nicht nur unmittelbare Strahlungseffekte zu prüfen, sondern die gesamte Lebensdauerperformance der Elektronik belastbar vorherzusagen.

Wie wir Sie unterstützen

Seibersdorf Laboratories unterstützt Betreiber, Systementwickler und Forschungseinrichtungen mit strukturierten Programmen zur Strahlungsqualifikation und Zuverlässigkeitsbewertung.

Wir charakterisieren die spezifische Strahlungsumgebung Ihrer Anlage – inklusive Gamma-Fluss, Neutronenspektren und Mischfeldern – und leiten daraus realistische Testbedingungen und Simulationsmodelle ab. Zusätzlich berechnen wir Lebensdosen auf Basis von Betriebsprofil und geplanter Einsatzdauer.

Zur technischen Absicherung führen wir TID-Tests sowie Neutronen- und Protonenbestrahlungen für DD-Analysen durch. Echtzeit-Monitoring während der Bestrahlung liefert zusätzliche Erkenntnisse zu funktionalem Verhalten und Parameterdrift. Abgerundet wird dies durch strukturierte Dokumentation für Audits, Sicherheitsnachweise und regulatorische Prozesse.

Ihr Nutzen

Eine belastbare Strahlungsvalidierung schafft für Betreiber und Entwickler:

  • robuste Sicherheits- und Kontrollsysteme unter Normal- und Störfallbedingungen
  • geringere ungeplante Ausfallzeiten durch frühzeitige Erkennung von Degradation
  • objektive und nachvollziehbare Daten für regulatorische Freigaben
  • belastbare Engineering-Entscheidungen statt konservativer Annahmen

Ihr Partner für Strahlungsqualifikation in Nukleartechnik und Beschleunigerumgebungen

Seibersdorf Laboratories kombiniert fundierte Strahlungsphysik, moderne Testmethoden und industriegeeignete Dokumentation. 

Ob Reaktorelektronik, Messsysteme in neutronenreichen Umgebungen oder Mixed-Field-Analysen in Beschleunigeranlagen – wir unterstützen Sie dabei, langfristige Zuverlässigkeit und regulatorische Sicherheit mit belastbaren Daten nachzuweisen.

Details zu Medizintechnik & Nuklearmedizin

Strahlungsumgebung & Risiko

Bildgebungs- und Strahlentherapiesysteme arbeiten in kontrollierten ionisierenden Strahlungsfeldern, die für Diagnose und Behandlung unverzichtbar sind, zugleich aber eine Herausforderung für die Elektronik darstellen. Geräte wie PET-Scanner, PET/CT-Systeme, CT-Bildgebung oder Steuer- und Dosimetrieeinheiten in der Strahlentherapie sind während des klinischen Betriebs wiederholt Strahlung ausgesetzt.

Schon kleine Veränderungen elektronischer Parameter können Bildqualität, Therapiegenauigkeit und Patientensicherheit beeinflussen. Strahlungsvalidierung ist deshalb nicht nur eine Frage regulatorischer Konformität, sondern auch der klinischen Performance und Langzeitstabilität.

Typische Anforderungen & Herausforderungen

Typische Anforderungen in der Medizintechnik und Nuklearmedizin sind:

  • Nachweis der Robustheit gegenüber TID
  • Sicherstellung langfristig stabiler elektronischer Parameter
  • Funktionszuverlässigkeit bei wiederholter Exposition über viele Zyklen
  • rückverfolgbare Testdaten für Zulassungs- und Qualitätsdokumentation

Typische Anwendungen sind PET- und PET/CT-Detektorelektronik, CT-Scanner-Steuerungen, Bildsensoren, Datenerfassungssysteme sowie Steuer- und Überwachungselektronik in der Strahlentherapie.

Wie wir Sie unterstützen

Seibersdorf Laboratories unterstützt Hersteller medizinischer Geräte und Entwickler von Healthcare-Technologien mit maßgeschneiderten Strahlungsvalidierungs- und Qualifikationsservices.

Wir analysieren die Strahlungsexposition in diagnostischen und therapeutischen Anwendungen, führen TID-Tests und Parameterüberwachung durch und charakterisieren die Funktion Ihrer Baugruppen vor, während und nach kontrollierter Bestrahlung. Ergänzt wird dies durch strukturierte Berichte und Datenpakete zur Unterstützung von Qualitätssicherung, Zulassung und regulatorischer Bewertung.

Ihr Nutzen

Eine belastbare Strahlungsvalidierung hilft Ihnen dabei:

  • Bildgenauigkeit und Therapiegenauigkeit langfristig sicherzustellen
  • Drift und Degradation in kritischer Elektronik frühzeitig zu erkennen
  • Wartungs- und Kalibrierstrategien zu optimieren
  • regulatorische Anforderungen belastbar und effizient zu erfüllen

Ihr Partner für Strahlungsqualifikation in der Medizintechnik

Seibersdorf Laboratories verbindet Strahlungsphysik mit Erfahrung in der Qualifikation anspruchsvoller Elektroniksysteme. 

Wir unterstützen Sie dabei, medizinische Bildgebungs- und Therapiesysteme über ihren gesamten Lebenszyklus zuverlässig, stabil und regulatorisch belastbar zu machen.

Details zu Halbleiterhersteller

Strahlungsumgebung & Risiko

Mit sinkenden Strukturgrößen und geringerer kritischer Ladung werden moderne Halbleiterbauelemente zunehmend empfindlich gegenüber strahlungsinduzierten Effekten. Auch außerhalb extremer Umgebungen können sekundäre Teilchen aus terrestrischer kosmischer Strahlung Soft Errors in modernen Chips auslösen.

Für Halbleiterhersteller werden SEE, SEU, SET und andere transiente Effekte damit zu einem wichtigen Thema in der Produktcharakterisierung, Marktkommunikation und Zuverlässigkeitsbewertung.

Typische Anforderungen & Herausforderungen

Typische Anforderungen in der Halbleiterentwicklung sind:

  • SEE-Charakterisierung neuer Prozessknoten, Speicherarchitekturen und Mehrkernsysteme
  • Nachweis der Robustheit gegenüber Soft Errors und transienten Fehlern
  • Identifikation empfindlicher Knotenpunkte und Mechanismen
  • standardisierte Datensätze für Kundenqualifikation und Benchmarking
  • technisch belastbare Grundlage für Zuverlässigkeits- und Marketingaussagen

Wie wir Sie unterstützen

Seibersdorf Laboratories unterstützt Halbleiterhersteller mit gezielten Verfahren zur SEE-Charakterisierung, Laser-basierten Fehlerlokalisierung, Radiation Benchmarking und Bewertung von Strahlungsrobustheit

Wir kombinieren experimentelle Daten, SEE-Laser-Analysen, Heavy-Ion-Tests und simulationsgestützte Bewertung, um Schwachstellen sichtbar und Produkte vergleichbar zu machen.

Ihr Nutzen

Diese Daten helfen Ihnen dabei:

  • zuverlässigere Chips zu entwickeln
  • Produktcharakterisierung auf ein höheres technisches Niveau zu heben
  • Kundenvertrauen und Vergleichbarkeit zu erhöhen
  • Produkt- und Marktversprechen belastbar zu untermauern

Ihr Partner für SEE-, Soft-Error- und Strahlungscharakterisierung

Seibersdorf Laboratories unterstützt Halbleiterunternehmen dabei, Strahlungsempfindlichkeit moderner Technologien frühzeitig und belastbar zu quantifizieren – für Produktentwicklung, Kundenqualifikation und technische Differenzierung im Markt.

Details zu Industrieelektronik & Dateninfrastruktur

Strahlungsumgebung & Risiko

Industrieanlagen, Rechenzentren, Energieinfrastruktur und Edge-Systeme sind auf Elektronik angewiesen, die über viele Jahre oder Jahrzehnte hinweg zuverlässig funktioniert. Auch am Boden können jedoch strahlungsinduzierte Soft Errors auftreten – verursacht durch sekundäre Teilchen aus kosmischer Strahlung.

Gerade in hochverfügbaren Systemen können selbst seltene Ereignisse erhebliche Auswirkungen haben: von Systemresets über falsche Entscheidungen bis hin zu Prozessunterbrechungen oder Datenfehlern.

Typische Anforderungen & Herausforderungen

Typische Fragestellungen in Industrie- und Dateninfrastruktur-Anwendungen sind:

  • Bestimmung der Soft Error Rate (SER)
  • Berechnung von FIT-Werten für Speicher, Prozessoren und kritische Logik
  • Zuverlässigkeitsvalidierung für lange Betriebszeiten
  • Entwicklung von Redundanz-, Fehlerkorrektur- und Robustheitskonzepten

Besonders relevant ist dies für Anwendungen wie Netzsteuerungen, industrielle Automatisierung, Rechenzentren und Edge-Computing-Infrastruktur.

Wie wir Sie unterstützen

Seibersdorf Laboratories liefert SER- und FIT-Analysen, simulationsgestützte Bewertungen und gezielte Tests, mit denen sich strahlungsbedingte Risiken in langzeitbetriebenen Elektroniksystemen quantitativ erfassen lassen. 

Auf dieser Basis unterstützen wir Sie bei Architekturentscheidungen, Zuverlässigkeitsprognosen und Nachweisen für hochverfügbare Systeme.

Ihr Nutzen

Sie erhalten:

  • belastbare Daten zur Bewertung seltener, aber relevanter Fehlerereignisse
  • fundierte Grundlagen für robuste Systemarchitekturen
  • realistischere Zuverlässigkeitsprognosen

bessere Argumente für Langzeitbetrieb und Verfügbarkeit.

Ihr Partner für SER-, FIT- und Zuverlässigkeitsanalysen

Seibersdorf Laboratories hilft Ihnen dabei, terrestrische Strahlungsrisiken für Industrieelektronik und Dateninfrastruktur messbar, verständlich und technisch beherrschbar zu machen.

Details zu Automotive & autonome Systeme

Strahlungsumgebung & Risiko

Moderne Fahrzeuge integrieren immer mehr leistungsfähige Halbleiter und sicherheitskritische Elektronik – von ADAS-Steuergeräten und Sensorfusion bis zu Leistungselektronik und zonalen Fahrzeugarchitekturen. Auch auf Bodenhöhe können dabei sekundäre Teilchen aus kosmischer Strahlung, insbesondere Neutronen, Soft Errors in Mikroelektronik auslösen.

Mit zunehmender Automatisierung und höheren Anforderungen an Functional Safety wird die Bewertung solcher transienten Fehler für Automotive-Systeme immer wichtiger.

Typische Anforderungen & Herausforderungen

Typische Anforderungen in Automotive- und autonomen Systemen sind:

  • Bewertung von Soft Errors in ADAS-, Wahrnehmungs- und Rechenplattformen
  • Analyse der Auswirkungen auf sicherheitskritische ECUs
  • Quantifizierung von SER- und FIT-Werten
  • Integration der Ergebnisse in ISO-26262-nahe Sicherheitsargumentationen
  • Ableitung robuster Maßnahmen für Systemarchitektur, Redundanz und Fehlerbehandlung

Wie wir Sie unterstützen

Seibersdorf Laboratories unterstützt Automotive-Entwickler mit SER- und FIT-Analysen, SEE- und Soft-Error-Charakterisierung, simulationsgestützten Bewertungen und gezielten Tests

Dabei betrachten wir sowohl Bauteile als auch anwendungsspezifische Systemkontexte – etwa Sensorik, Steuergeräte, Leistungselektronik oder Batteriemanagement.

Ihr Nutzen

Eine strukturierte Strahlungsanalyse im Automotive-Bereich ermöglicht:

  • bessere Absicherung sicherheitskritischer Elektronik
  • belastbare Daten für Functional-Safety-Nachweise
  • fundierte Architekturentscheidungen für Fehlertoleranz und Robustheit
  • höhere Sicherheit und Verlässlichkeit über die Fahrzeuglebensdauer

Ihr Partner für strahlungsrobuste Automotive-Elektronik

Seibersdorf Laboratories hilft Ihnen dabei, Soft Errors und strahlungsinduzierte Risiken in modernen Fahrzeugsystemen frühzeitig zu erkennen, quantitativ zu bewerten und technisch beherrschbar zu machen – für robuste Automotive-Elektronik und belastbare Sicherheitskonzepte.

Strahlungsfestigkeit

Infrastruktur & Testeinrichtungen

Präzise Infrastruktur für zuverlässige Strahlungstests

Radiation Hardness Assurance (RHA) basiert entscheidend auf hochwertiger, rückverfolgbarer Testinfrastruktur. Nur durch kontrollierte, präzise vermessene und zertifizierte Strahlungsumgebungen lässt sich zuverlässig nachweisen, dass elektronische Komponenten und Systeme unter realen Einsatzbedingungen funktionieren — etwa in der Raumfahrt, Kerntechnik, Medizintechnik, Luftfahrt oder industriellen Anwendungen.

Pfeil nach links
Pfeil nach rechts
TEC Laboratory (Foto: Seibersdorf Labor GmbH)

Eine der führenden Co-60 Total Ionizing Dose (TID) Testeinrichtungen in Mitteleuropa

TEC Laboratory Seibersdorf

Das TEC Laboratory am Tech Campus Seibersdorf (Österreich) ist ein speziell entwickeltes Bestrahlungs- und Elektroniktestzentrum mit Fokus auf Total Ionizing Dose (TID) Tests und umfassende Radiation Hardness Assurance (RHA) Dienstleistungen.

Als eine der wenigen EN ISO/IEC 17025 akkreditierten Co-60-Gamma-Bestrahlungsanlagen in Europa liefert das Labor international anerkannte, rückverfolgbare und qualifikationsfähige Strahlungstestdaten für:

  • elektronische Bauteile
  • Leiterplatten (PCBs)
  • Baugruppen
  • vollständige elektronische Systeme

Die Anlage unterstützt insbesondere Kunden, die Elektronik für strahlungsintensive Einsatzumgebungen entwickeln, darunter:

  • Raumfahrtmissionen und Satelliten
  • kerntechnische Anlagen
  • Luft- und Raumfahrtsysteme
  • medizinische Technologien
  • industrielle Hochzuverlässigkeitssysteme

In diesen Anwendungen muss die Funktionsfähigkeit unter langfristiger ionisierender Strahlenexposition zuverlässig nachgewiesen werden.

SEE Laser Testing (Foto: Seibersdorf Labor GmbH)

Fortschrittliche Analyse von Single Event Effects (SEE) ohne Teilchenbeschleuniger

SEE Laser Testing Laboratory Seibersdorf

Single Event Effects (SEE) – darunter Single Event Upset (SEU), Single Event Latch-up (SEL), Single Event Transient (SET) und weitere strahlungsinduzierte Fehlereffekte – gewinnen zunehmend an Bedeutung. Ursache dafür sind immer kleinere Halbleiterstrukturen, komplexere digitale Systeme und steigende Anforderungen an Zuverlässigkeit.

Das SEE-Lasertestlabor von Seibersdorf Laboratories bietet eine hochpräzise, beschleunigerunabhängige Methode zur Analyse von SEE-Effekten und ergänzt klassische Tests mit schweren Ionen.

Die Laser-basierte SEE-Analyse ermöglicht eine räumlich präzise und reproduzierbare Simulation ionisationsähnlicher Ereignisse in Halbleiterstrukturen. Dadurch können Entwickler:

  • empfindliche Bereiche im Chip identifizieren
  • Mitigationsstrategien validieren
  • Zuverlässigkeitsbewertungen beschleunigen

— ohne die Kosten- und Terminrestriktionen von Teilchenbeschleunigerkampagnen.

DD Testing (Foto: Seibersdorf Labor GmbH)

Umfassende Partikelbestrahlung für Radiation Hardness Assurance

Netzwerk an Partnereinrichtungen

Bei Seibersdorf Laboratories ergänzen wir unsere eigene Testinfrastruktur durch ein etabliertes Netzwerk externer Teilchenbeschleuniger- und Bestrahlungsanlagen.

Dieses kombinierte Modell ermöglicht Ihnen Zugang zu einem breiten Spektrum an Strahlungsumgebungen, die für umfassende Radiation Hardness Assurance (RHA) Programme erforderlich sind – von standardisierter Gamma-Bestrahlung bis hin zu komplexen Partikelbestrahlungen.

Als zentraler technischer Ansprechpartner koordinieren wir alle Aktivitäten für Sie. Dadurch profitieren Sie von:

  • konsistenter Testqualität
  • durchgängiger Rückverfolgbarkeit der Ergebnisse
  • normenkonformer Testdurchführung

effizienter Planung Ihrer Qualifikationskampagnen.

SATDOS (Foto: Seibersdorf Labor GmbH)

Echtzeit-Monitoring von Weltraumstrahlung, Messung von TID und SEE-Raten sowie Unterstützung bei Qualifikation und Missionssicherheit

SATDOS – In-Orbit Radiation Effects Monitor

Die SATDOS Reference Dosimeter Platform ist ein fortschrittlicher Strahlungsmonitor für den Einsatz im Orbit, entwickelt von Seibersdorf Laboratories, um die tatsächliche Strahlungsbelastung von Satellitenelektronik während einer Mission präzise zu messen.

SATDOS erfasst sowohl die Total Ionizing Dose (TID) als auch die Single Event Effect (SEE) Rate, denen elektronische Systeme im realen Weltraumumfeld ausgesetzt sind.

Die Plattform wurde speziell für CubeSats, Nanosatelliten und kleine Satellitenplattformen entwickelt und liefert Echtzeitinformationen über die Strahlungsumgebung im Orbit, die für:

  • Missionssicherheit
  • Schutz von Satellitenelektronik
  • Validierung von Qualifikationsannahmen

entscheidend sind.

SATDOS wurde bereits erfolgreich in Missionen wie dem ESA-CubeSat PRETTY eingesetzt. Während der gesamten Mission sammelte das System Strahlungsdaten und trug damit zu einem verbesserten Verständnis der Auswirkungen der Weltraumstrahlung auf Satellitensysteme bei.

Details zu Infrastruktur & Testeinrichtungen

Akkreditierung & Qualitätssicherung

Das TEC Laboratory arbeitet unter EN ISO/IEC 17025 Akkreditierung, dem internationalen Referenzstandard für Prüf- und Kalibrierlaboratorien.

Dadurch wird sichergestellt:

  • internationale Anerkennung und Rückverfolgbarkeit der Messergebnisse
  • Konformität mit Audit- und Qualifikationsanforderungen
  • strukturierte und robuste Dokumentationskontrolle
  • hohe technische Kompetenz, Unparteilichkeit und Reproduzierbarkeit

Diese Akkreditierung stärkt das Vertrauen in Testergebnisse und unterstützt Qualifikationsentscheidungen von Kunden, Zertifizierungsstellen und Raumfahrtagenturen.

Darüber hinaus verfügt Seibersdorf Laboratories über weitere relevante Zertifizierungen, darunter:

  • ISO 9001 – Qualitätsmanagement
  • ISO/IEC 27001 – Informationssicherheitsmanagement

Diese gewährleisten zusätzliche Prozesssicherheit und Schutz sensibler Testdaten.

Gamma-Bestrahlungskapazitäten

Im Zentrum des TEC Laboratory steht eine hochaktive Cobalt-60 (Co-60) Gamma-Bestrahlungsquelle mit flexibel einstellbarer Dosisrate:

30 rad(Si)/h bis 5 krad(Si)/h
(0,3 Gy/h – 50 Gy/h)

Diese Dosisraten decken sowohl Low-Dose-Rate-Profile gemäß ESA-Anforderungen als auch das Standardfenster der ESCC Basic Specification No. 22900 ab.

Damit lassen sich unter anderem durchführen:

  • klassische und beschleunigte TID-Qualifikationstests
  • Langzeitbestrahlungen zur Simulation kumulativer Dosis
  • ELDRS-Untersuchungen (Enhanced Low Dose Rate Sensitivity)
  • Verifikation gegenüber missionsspezifischen Dosisprofilen

Großvolumige Bestrahlungskammer

Eine großzügig dimensionierte und gut charakterisierte Bestrahlungskammer
(9,1 m × 4,4 m × 4 m) ermöglicht:

  • homogene Dosisverteilung über große Testvolumina
  • gleichzeitige Bestrahlung mehrerer Testobjekte
  • System- und Subsystem-Tests
  • kundenspezifische Testaufbauten und Halterungen

Feldhomogenität, Abschirmung und Quellbewegung werden durch automatisierte Systeme gesteuert. Dadurch wird eine hohe Reproduzierbarkeit und Wiederholbarkeit gewährleistet – entscheidend für qualifikationsrelevante Testberichte und Normkonformität.

Integriertes Elektroniklabor & In-Situ-Messungen

Direkt an die Bestrahlungsanlage angeschlossen befindet sich ein multifunktionales Elektroniklabor mit umfangreicher Messtechnik, darunter:

  • Präzisionsmesssysteme
  • automatisierte Parameteranalysatoren (z. B. UNIMET-Serie)
  • Netzteile, SMUs, Digitalmultimeter
  • Oszilloskope und Funktionsgeneratoren
  • In-Situ-Überwachungssysteme für biasierte Bestrahlung
  • mehrere unabhängige Feed-Through-Verbindungen zur Messung während der Bestrahlung

Diese Infrastruktur ermöglicht:

  • biasierte und unbiasierte Bestrahlungstests
  • Echtzeitüberwachung elektrischer Parameter
  • funktionale Charakterisierung vor, während und nach der Bestrahlung
  • automatisierte IV-, CV- und dynamische Performance-Messungen

Die Integration von Bestrahlung und Elektronikmessung ist entscheidend, um dosisabhängige Degradationseffekte präzise zu erfassen und das elektrische Verhalten von analogen und digitalen Schaltungen unter Strahlungseinfluss zu validieren.

Normen, Testmethoden & Qualifikationsstandards

Die Testverfahren im TEC Laboratory orientieren sich an den wichtigsten internationalen Normen im Bereich Radiation Hardness Assurance:

  • ESCC Basic Specification No. 22900 – Steady-State Total Dose Irradiation
  • ECSS-Q-ST-60-15 – Radiation Hardness Assurance Anforderungen
  • MIL-STD-750, TM 1019.5 – Total Ionizing Dose Testmethode
  • MIL-STD-883, Method 1019.9 – TID-Tests für Mikroelektronik

Diese Normenkonformität stellt sicher, dass Testergebnisse kompatibel sind mit:

  • Raumfahrtprogrammen mit ECSS-/ESCC-Anforderungen
  • Luft- und Raumfahrt- sowie Verteidigungsqualifikationen
  • kerntechnischen und medizinischen Anwendungen
  • industriellen Zulassungs- und Reviewprozessen.

Umfassende Testservices – rund um die Uhr

Das TEC Laboratory bietet 24/7-Testbetrieb für:

  • elektronische Bauteile
  • integrierte Schaltungen und diskrete Komponenten
  • Leiterplatten (PCBs)
  • Subsysteme und komplette Systeme
  • Materialien für elektronische Baugruppen

Diese kontinuierliche Betriebsfähigkeit ermöglicht es, ambitionierte Qualifikationsprogramme und enge Projektzeitpläne einzuhalten – ohne Kompromisse bei Datenqualität und Rückverfolgbarkeit.

Erweiterte Messtechnik und unterstützende Infrastruktur

Zur weiteren Ausstattung der Anlage gehören:

  • hochpräzise Multikanal-Dosimetriesysteme
  • pneumatische Systeme zur kontrollierten Quellenbewegung
  • Temperatur- und Annealing-Öfen für thermische Nachbehandlungen
  • leistungsfähige Hochleistungsrechner für Strahlungssimulationen mit Codes wie:
    • FLUKA
    • GEANT4
    • MCNPX
    • PHITS

Diese Werkzeuge ermöglichen eine detaillierte Validierung von Dosisfeldern, kontrollierte Testbedingungen und ergänzende Simulationen zur Interpretation der Messergebnisse.

Forschung, Kooperation und Methodenentwicklung

Neben industriellen Testkampagnen fungiert das TEC Laboratory auch als Forschungs- und Innovationsplattform.

Aktivitäten umfassen:

  • Kooperationen mit Industrie, Universitäten und Forschungseinrichtungen
  • Teilnahme an internationalen Benchmark- und Vergleichskampagnen
  • Entwicklung neuer Testmethoden und Strahlungsmodelle
  • Unterstützung von ESA- und Raumfahrtprojekten mit experimentellen Daten und Expertise

Diese kontinuierliche Weiterentwicklung stellt sicher, dass Testmethoden und Ergebnisse stets dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik entsprechen.

Verifizierte Anwendungen und Beispielprojekte

Die Infrastruktur des TEC Laboratory wurde bereits in internationalen Programmen eingesetzt. Ein Beispiel ist das ESA-Projekt CORHA, in dem kommerzielle Operationsverstärker (COTS) auf ihre Strahlungsresistenz für Raumfahrtanwendungen getestet wurden.

Warum das TEC Laboratory für Ihr Projekt entscheidend ist

Die erweiterten Kapazitäten des TEC Laboratory machen es zur idealen Wahl, wenn Ihr Projekt erfordert:

  • akkreditierte und rückverfolgbare TID-Testdaten
  • normenkonforme Qualifikationsberichte
  • präzise elektrische Charakterisierung unter Strahlung
  • hohe Reproduzierbarkeit und Audit-Sicherheit
  • Unterstützung für Raumfahrt-, Luftfahrt-, Kerntechnik- und Medizinanwendungen

Mit dem TEC Laboratory Seibersdorf erhalten Sie Strahlungstests auf Basis modernster Infrastruktur, umfassender technischer Expertise, internationaler Normkonformität und detaillierter Dokumentation – bereit für Reviews, Zertifizierung und Missionsfreigaben.

 

Downloads

Funktionsweise von SEE-Lasertests

SEE-Lasertests nutzen gepulste Hochenergielasersysteme, um lokal begrenzte Ladungsträger in Halbleitermaterialien zu erzeugen. Diese simulieren Ionisationsereignisse ähnlich denen, die durch energiereiche Teilchen in Weltraum-, Luftfahrt- oder terrestrischen Strahlungsumgebungen verursacht werden.

Der typische Laborablauf umfasst folgende Schritte:

  1. Bauteilvorbereitung
    Die Testobjekte werden für die Analyse vorbereitet. Dazu gehört beispielsweise der Zugang zu aktiven Chipregionen, etwa durch:

    • Rückseitenverdünnung
    • Freilegung des Dies


    ähnlich den Vorbereitungsschritten bei Heavy-Ion-Tests.
     

  2. Generierung der Laserpulse
    Ein präzises gepulstes Lasersystem erzeugt kurze, kontrollierte Pulse, deren Energie und Intensität exakt eingestellt werden können.
     
  3. Zielgerichtete Bestrahlung
    Die Laserpulse werden auf definierte Bereiche des Device Under Test (DUT) gerichtet. Dadurch entstehen transiente elektrische Effekte, die Strahlungsinteraktionen simulieren.
     
  4. Messung der Reaktion
    Die elektrische Reaktion des DUT wird in Echtzeit gemessen und analysiert, um die Empfindlichkeit gegenüber SEE-Mechanismen wie:

    • SEU
    • SEL
    • SET
       

    zu bestimmen.

Dieses Verfahren ermöglicht eine gezielte und reproduzierbare Bewertung der Strahlungsempfindlichkeit einzelner Schaltungsbereiche oder Funktionsblöcke.

Möglichkeiten der SEE-Laseranalyse

Die SEE-Lasertests bei Seibersdorf Laboratories bieten deutlich mehr als klassische Beschleunigertests.

Technische Fähigkeiten

  • Hochauflösende räumliche Kartierung
    Präzise Lokalisierung empfindlicher Knotenpunkte und Ladungssammelbereiche in Halbleiterschaltungen.
  • Identifikation von SEE-Mechanismen
    Analyse und Unterscheidung von SEU-, SEL- und SET-Ereignissen anhand transienter Signalformen.
  • Fehlerinjektion und Transientenanalysen
    Nutzung laserinduzierter Ereignisse als kontrollierte Fehlerinjektion zur Untersuchung dynamischer Schaltungsreaktionen.
  • Vergleichsanalysen
    Bewertung von Fertigungsvariationen zwischen unterschiedlichen Bauteillosen.
  • Echtzeitüberwachung
    Analyse von Signalverläufen während der Bestrahlung zur besseren Interpretation physikalischer Mechanismen.

Praktische Vorteile für Ihr Projekt

SEE-Lasertests bieten mehrere entscheidende Vorteile für Entwicklungs- und Qualifikationsprogramme:

  • Schnelle Einblicke in Designrisiken bereits in frühen Entwicklungsphasen
  • Kosteneffizientes Screening ohne umfangreiche Beschleunigerkampagnen
  • Root-Cause-Analysen für schwer identifizierbare Fehlmechanismen
  • Flexible Anpassung der Testparameter für unterschiedliche Bauteiltypen und Szenarien

Anwendungen von SEE-Lasertests

SEE-Lasertests unterstützen zahlreiche Entwicklungs- und Qualifikationsaufgaben:

  • Screening von COTS- und rad-hard-Komponenten
  • präzise Lokalisierung transienter Ereignisse auf dem Chip
  • Identifikation empfindlicher Schaltungsknoten
  • Validierung von Radiation-Hardening-Strategien
  • Untersuchung von Fehlmechanismen und physikalischen Prozessen
  • Kalibrierung und Verbesserung von SEE-Simulationsmodellen
  • Vergleich von Fertigungsvariationen zwischen Bauteillosen
  • Analyse von Speicherempfindlichkeiten gegenüber SEU
  • Fehlerinjektionstests zur Überprüfung der Systemrobustheit

Ergänzende Rolle zu Heavy-Ion-Tests

SEE-Lasertests ersetzen Heavy-Ion- oder Protonentests nicht, die weiterhin der Goldstandard für formale Qualifikation sind.

Sie bieten jedoch wichtige ergänzende Vorteile:

  • präzise Kontrolle über Energie, Intensität und Spotgröße des Lasers
  • höhere Sicherheit ohne Strahlungsrisiken eines Teilchenstrahls
  • schnellere Testzyklen ohne Beschleunigerterminplanung
  • hohe Flexibilität für verschiedene Strahlungsumgebungen

Diese Kombination ermöglicht:

  • frühe Risikoabschätzung
  • optimierte Planung von Heavy-Ion-Testkampagnen
  • effizientere Designiterationen.

Normen und methodischer Kontext

Obwohl Laser-SEE-Tests nicht in allen Bereichen als eigenständige Qualifikationsmethode standardisiert sind, werden sie in der RHA-Community breit als wichtige Screening- und Analysewerkzeuge anerkannt.

Relevante Normen im SEE-Kontext sind beispielsweise:

  • ESCC Basic Specification No. 25100 – SEE-Testmethoden
  • EIA/JEDEC EIA/JES57 – SEE-Mess- und Berichtsrichtlinien
  • MIL-STD-750 Procedure 1080 – Single Event Burnout Tests

Laserbasierte Ergebnisse liefern wertvolle Daten für formale Qualifikationsprogramme und Mitigationsstrategien.

SEE-Lasertestservices bei Seibersdorf Laboratories

Seibersdorf Laboratories bietet maßgeschneiderte SEE-Lasertestprogramme, angepasst an Ihre spezifischen Anforderungen – egal ob Sie Speicher, Logikschaltungen, Leistungsbauelemente oder komplexe Mixed-Signal-Systeme analysieren möchten.

Unsere Leistungen umfassen:

  • Entwicklung individueller Testpläne
  • Bauteilvorbereitung und Montage
  • Konfiguration und Kalibrierung der Laserpulse
  • räumliche SEE-Kartierung
  • Analyse transienter Signalformen
  • detaillierte Testberichte und technische Empfehlungen

Warum SEE-Lasertests bei Seibersdorf Laboratories?

 

  • Umfassende Strahlungsexpertise
    Unsere Experten vereinen Strahlungsphysik, Elektroniktestengineering und RHA-Erfahrung.
     
  • Moderne Infrastruktur
    Hochentwickelte Lasersysteme kombiniert mit präzisen elektronischen Testständen.
     
  • Normenorientierte Methodik
    Integration der Ergebnisse in umfassende TID-, DD- und Heavy-Ion-Qualifikationsprogramme.
     
  • Individuelle Teststrategien
    Tests werden auf Ihre technischen Ziele, Budgets und Zeitpläne zugeschnitten.
     
  • Schnellere Ergebnisse und geringere Kosten
    Laserbasierte Tests liefern schnelle Rückmeldungen bereits in frühen Entwicklungsphasen.

Beispielanwendung

Im SEE-Lasertestlabor können strahlungsinduzierte Effekte untersucht werden, ohne auf einen Teilchenbeschleuniger angewiesen zu sein.

Durch das Abscannen eines abstimmbaren Lasers über den Chip eines DUT lassen sich empfindliche Bereiche lokalisieren und transiente Signalformen in Echtzeit messen.

Beispielsweise können SET-Signaturen in kommerziellen Operationsverstärkern beobachtet werden. Position und Signalverlauf liefern wertvolle Informationen für:

  • Designanpassungen
  • Mitigationsstrategien
  • Qualifikationsentscheidungen

Fazit

SEE-Lasertests sind ein leistungsfähiges und kosteneffizientes Werkzeug der Radiation Hardness Assurance, um die Empfindlichkeit elektronischer Bauteile gegenüber ionisationsbedingten Effekten zu verstehen.

Bei Seibersdorf Laboratories kombinieren wir:

  • technische Expertise
  • modernste Laserinfrastruktur
  • normenkonforme Testmethoden

um eine umfassende SEE-Charakterisierung zu ermöglichen, die:

  • Qualifikationsprozesse unterstützt
  • Entwicklungszyklen beschleunigt
  • Projektrisiken reduziert.

Kontaktieren Sie uns

Kontaktieren Sie uns, um zu erfahren, wie unsere SEE-Lasertestkapazitäten Ihre Radiation-Assurance-Strategie unterstützen können.

zum Kontakt

Das SEE Laser Testing Laboratory Seibersdorf ermöglicht die Durchführung von Single Event Effect (SEE)-Tests an elektronischen Bauteilen mithilfe einer gepulsten Laserquelle, ohne dass dafür eine Schwerionenbeschleunigeranlage erforderlich ist.

SEE-Lasertests ermöglichen die Lokalisierung strahlungsempfindlicher Bereiche auf dem Chip. Das Beispiel zeigt Single Event Transients (SET) in einem kommerziellen Operationsverstärker (LTC6240). Sowohl die Position als auch die Signalform der Transienten werden in Echtzeit überwacht. Die abstimmbare Laserquelle ermöglicht die Simulation unterschiedlicher LET-Werte (Linear Energy Transfer) am Device Under Test (DUT).

Erweiterte Partikelbestrahlungskapazitäten

Bestimmte Strahlungseffekte – insbesondere Displacement Damage (DD) und Single Event Effects (SEE) – erfordern spezialisierte Teilchenstrahlen, die nur an geeigneten Beschleunigeranlagen verfügbar sind.

Über unser Partnernetzwerk ermöglichen wir Ihnen Zugang zu:

  • Heavy-Ion-Bestrahlung
    Standard- und Hochenergie-Schwerionenstrahlen mit definierten LET-Spektren (Linear Energy Transfer) zur präzisen SEE-Charakterisierung und Schwellenwertanalyse.
     
  • Protonenbestrahlung
    Protonenquellen für Displacement-Damage-Untersuchungen sowie für die Analyse protoneninduzierter SEE-Effekte.
     
  • Neutronenquellen
    Neutronenbestrahlung zur Untersuchung von Strukturschäden in Halbleitern, Aktivierungsprozessen und Effekten in Raumfahrt-, Kerntechnik- und Hochenergieumgebungen.
     
  • Gemischte Strahlungsfelder
    Realistische Kombinationen verschiedener Teilchenarten und Energien, wie sie in Weltraumumgebungen oder Beschleunigeranlagen auftreten.

Diese externen Ressourcen erweitern die Möglichkeiten Ihrer RHA- und Qualifikationsprogramme, während alle Tests weiterhin unter einer einheitlichen Qualitäts- und Koordinationsstruktur durchgeführt werden.

Eine zentrale Lösung für Ihre Strahlungstests

Durch strategische Partnerschaften mit führenden Teilchenbeschleunigeranlagen fungiert Seibersdorf Laboratories als zentraler Partner für Ihre gesamte Strahlungstestkampagne.

Unser Ansatz bietet Ihnen eine nahtlose Integration von:

  • internen Testeinrichtungen
  • externen Beschleunigeranlagen.

Dabei übernehmen wir:

  • Definition des Testprogramms, einschließlich Testziele, Strahlungsbedingungen und relevanter Normen
  • vollständige Koordination mit externen Anlagen, sodass Sie nur einen technischen Ansprechpartner haben
  • Sicherstellung, dass alle Tests – intern oder extern – den relevanten Industrie- und Qualifikationsstandards entsprechen.

Dadurch bleiben Qualität, Dokumentation und Verantwortlichkeiten über den gesamten Testprozess hinweg konsistent.

Priorisierter Zugang zu Strahlzeit

Langjährige Kooperationen mit unseren Partneranlagen ermöglichen unseren Kunden priorisierten Zugang zu verfügbaren Strahlzeiten.

Das bedeutet für Ihr Projekt:

  • schnellere Planung von Bestrahlungskampagnen
  • deutlich reduzierte Wartezeiten gegenüber Einzelanfragen
  • flexible Terminplanung passend zu Ihrem Entwicklungszeitplan
  • bevorzugte Unterstützung durch etablierte Kooperationen.

Ob Heavy-Ion-Tests für hochenergetische SEE-Ereignisse oder Protonen- und Neutronenbestrahlung für Displacement Damage – wir sorgen für eine effiziente Integration in Ihr RHA-Programm.

Einheitliche Koordination Ihres Testprogramms

Seibersdorf Laboratories übernimmt die vollständige technische Koordination Ihrer Kampagne über mehrere Einrichtungen hinweg.

Testdefinition und Planung

Wir definieren:

  • Strahlungsexpositionen
  • Energie- und Teilchenspektren
  • Testbedingungen

im Einklang mit Ihrer Missionsumgebung und relevanten Normen wie ECSS, ESCC oder MIL-STD.

Optimierung der Strahlparameter

Wir wählen geeignete:

  • Strahlenergien
  • Fluenzwerte
  • Dosisraten
  • LET-Schwellen

um reale Strahlungsumgebungen Ihrer Anwendung möglichst exakt abzubilden.

Technische Betreuung vor Ort

Bei Bedarf unterstützen unsere Ingenieure die Testdurchführung direkt an Partneranlagen, einschließlich:

  • Aufbau der Testkonfiguration
  • Integration der DUTs (Devices Under Test)
  • Überwachung der Testparameter.

Konsolidierte Datenauswertung

Ergebnisse aus internen und externen Tests werden gemeinsam analysiert und anhand konsistenter Methoden bewertet.

Einheitliche Berichterstattung

Die gesamte Kampagne wird in einem zusammenhängenden, rückverfolgbaren Testbericht dokumentiert, der für:

  • Qualifikationsboards
  • Zertifizierungsstellen
  • interne Design-Reviews

verwendet werden kann.

Normenkonforme Qualitätssicherung

Seibersdorf Laboratories stellt sicher, dass alle Bestrahlungstests – unabhängig vom Standort – relevanten internationalen Normen entsprechen.

Dazu gehören unter anderem:

  • ESCC Basic Specification No. 25100 – SEE-Testmethoden
  • ESCC 22500 – Displacement-Damage-Testverfahren
  • MIL-STD-750 und MIL-STD-883 – Testmethoden für strahlungsinduzierte Effekte
  • JEDEC/EIA JESD89 und JES57 – SEE-Mess- und Berichtsrichtlinien

Durch die Integration dieser Normen stellen wir sicher, dass Ihre Testergebnisse:

  • qualifikationsfähig
  • technisch belastbar
  • vollständig rückverfolgbar

sind und den Anforderungen von Raumfahrtagenturen, Industriekunden und Zertifizierungsstellen entsprechen.

Ihr Vorteil

Die Zusammenarbeit mit Seibersdorf Laboratories für strahlungsbasierte Qualifikationsprogramme bietet Ihnen:

  • durchgängige RHA-Unterstützung – von Gamma- und Lasertests bis zu komplexen Partikelbestrahlungen
  • qualifikationsfähige und rückverfolgbare Testergebnisse
  • einen zentralen technischen Ansprechpartner für alle Einrichtungen
  • priorisierten Zugang zu internationalen Beschleunigeranlagen
  • umfassende Berichte gemäß Industrie- und Kundenanforderungen.

Dieses Modell reduziert organisatorische Komplexität, beschleunigt Entwicklungsprogramme und minimiert Projektrisiken.

Typische Anwendungsfälle

Unser Netzwerk unterstützt beispielsweise:

  • Qualifikation von Raumfahrtelektronik mit Heavy-Ion-, SEE- und Protonentests
  • Zertifizierung von kerntechnischen Systemen mit Neutronenbestrahlung
  • Luft- und Raumfahrtprogramme mit komplexen gemischten Strahlungsfeldern
  • industrielle Hochzuverlässigkeitssysteme, bei denen verschiedene Teilcheneffekte berücksichtigt werden müssen.

In Kombination mit unseren eigenen Einrichtungen – wie dem TEC Laboratory und dem SEE Laser Testing Laboratory – entsteht ein umfassendes, normenkonformes Radiation-Assurance-Ökosystem, das den gesamten Qualifikations- und Risikobewertungsprozess Ihres Produkts unterstützt.

SATDOS – In-Orbit Radiation Effects Monitor

SATDOS Referenzdosimetrie-Plattform für Nanosatelliten, die zur Überwachung und Bewertung der Auswirkungen der Weltraumstrahlung auf die elektronischen Systeme von Raumfahrzeugen entwickelt wurde. Das Bild zeigt SATDOS für PRETTY - eine spezielle Version, auf die ESA PRETTY-Mission zugeschnitten. SATDOS für PRETTY wurde erfolgreich im Orbit betrieben und sammelte wertvolle Strahlungsdaten, die die Beurteilung der Strahlungseffekte auf Kleinsatelliten ermöglichten.

SATDOS Poster

Welche Parameter SATDOS misst

Total Ionizing Dose (TID) im Orbit

SATDOS erfasst kontinuierlich die akkumulierte ionisierende Strahlungsdosis, die ein Satellit im Verlauf einer Mission aufnimmt.

Diese Messgröße ist entscheidend für:

  • die Bewertung der Alterung elektronischer Bauteile
  • die Analyse der Zuverlässigkeit von Satellitensystemen
  • die Validierung von Strahlungsvorhersagen, die auf Bodenmodellen basieren.

Die Messung der tatsächlichen TID im Orbit ermöglicht es, Designmargen und Abschirmstrategien realistisch zu bewerten.

Echtzeit-Überwachung der Dosisrate

SATDOS misst kontinuierlich die Strahlungsdosisrate entlang der Umlaufbahn.

Dadurch wird sichtbar, wie sich die Strahlenbelastung verändert in Abhängigkeit von:

  • orbitaler Position
  • Höhe und Bahnparameter
  • Weltraumwetterbedingungen.

Besonders relevante Regionen sind beispielsweise:

  • die South Atlantic Anomaly (SAA)
  • solare Teilchenereignisse während Solarstürmen.

Diese Echtzeitinformationen ermöglichen proaktive operative Maßnahmen zum Schutz von Satellitenelektronik.

Detektion von Single Event Effects (SEE) im Orbit

SATDOS erfasst auch Single Event Effects, beispielsweise Single Event Upsets (SEU).

Hierzu werden strahlungsempfindliche SRAM-Detektoren eingesetzt, die Ereignisse unterschiedlicher Teilchenenergien unterscheiden können.

Die im Orbit gemessenen SEE-Raten:

  • ergänzen SEE-Tests aus Laborbestrahlungen
  • liefern realistische Daten zur Wahrscheinlichkeit transienter Fehler
  • unterstützen Designentscheidungen und Mitigationsstrategien.

Warum SATDOS für Kunden relevant ist

SATDOS liefert einzigartige Einblicke, die für Satellitenentwickler, Betreiber und Qualifikationsteams besonders wertvoll sind.

Echtzeit-Überwachung der Strahlungsumgebung

SATDOS kann als Echtzeit-Strahlungsmonitor im Orbit eingesetzt werden.

Dadurch können Betreiber frühzeitig auf erhöhte Strahlungsbelastungen reagieren, beispielsweise während:

  • Solarstürmen
  • starken Weltraumwetterereignissen
  • Passagen durch hochstrahlende Orbitalregionen.

Überwachung der Lebensdosis und Satellitenflotten

Durch kontinuierliche Messung der akkumulierten Dosis unterstützt SATDOS:

  • Lebensdaueranalysen einzelner Satelliten
  • Monitoring ganzer Satellitenkonstellationen oder Flotten
  • Bewertung von Alterungsprozessen elektronischer Systeme.

Diese Daten helfen Betreibern, Wartungs- und Ersatzstrategien besser zu planen.

Strahlungstests von Elektronik direkt im Orbit

SATDOS ermöglicht In-Orbit-Tests elektronischer Komponenten unter realen Weltraumbedingungen.

Die gewonnenen Daten:

  • ergänzen bodengestützte Bestrahlungskampagnen
  • verbessern Hardening-Strategien
  • liefern wertvolle Referenzdaten für zukünftige Missionen.

Validierung von Strahlungsmodellen

Messungen von TID und SEE-Raten im Orbit ermöglichen die Validierung und Verbesserung von:

  • Strahlungsumgebungsmodellen
  • Monte-Carlo-Simulationen
  • Qualifikationsannahmen.

Dadurch werden Strahlungsvorhersagen und Testpläne deutlich präziser.

Unterstützung von Missionssicherheit und Qualifikation

Die durch SATDOS gewonnenen Daten können genutzt werden für:

  • Design- und Missionsreviews
  • Nachweise der tatsächlichen Strahlungsbelastung
  • Unterstützung von Qualifikations- und Zertifizierungsprozessen.

Bewährte Technologie mit Flugerfahrung

SATDOS hat seine Leistungsfähigkeit bereits im Orbit demonstriert, unter anderem auf der ESA-Mission PRETTY CubeSat.

Als Referenz-Dosimeter lieferte SATDOS präzise Messungen der Strahlungsumgebung sowie SEE-Aktivitäten und unterstützte damit die Analyse von:

  • Missionszuverlässigkeit
  • Umwelteinflüssen auf Satellitensysteme.

Diese Flugerfahrung bestätigt die operationelle Leistungsfähigkeit der Hardware im Weltraum und unterstreicht den Wert der Plattform für zukünftige Missionen.

Typische Einsatzszenarien für SATDOS

SATDOS kann in verschiedensten Missionskonzepten eingesetzt werden, beispielsweise für:

  • Risikominimierung im Betrieb durch Echtzeitüberwachung von Weltraumwetterereignissen
  • Unterstützung des Systemdesigns durch Vergleich von Bodentests und realen Orbitaldaten
  • Zuverlässigkeitsanalysen von Satellitenflotten
  • Technologiedemonstrationen neuer Elektronik oder Sensorsysteme
  • wissenschaftliche und Ausbildungsmissionen mit Strahlungsmonitoring.

Technische Integration und Plattformkompatibilität

SATDOS wurde speziell für eine einfache Integration in CubeSat- und Nanosatellitenplattformen entwickelt.

Die Plattform bietet:

  • kompakte Bauform
  • standardisierte Schnittstellen
  • autonomen Betrieb
  • effiziente Datenspeicherung.

Dadurch eignet sich SATDOS auch für Missionen mit strengen Anforderungen an Masse, Energieverbrauch und Ressourcen.

Interne Abschirmkonzepte und mehrere Sensortypen ermöglichen zudem eine Differenzierung der Teilchenbeiträge zur Gesamtdosis.

Messdaten werden autonom gespeichert und später zur Bodenstation übertragen, wo eine detaillierte Analyse erfolgen kann.

Mehr Sicherheit für Ihre Radiation-Assurance-Strategie

Durch reale Strahlungsmessungen im Orbit schließt SATDOS die Lücke zwischen:

  • bodengestützten Qualifikationstests
  • tatsächlichen Weltraumbedingungen während der Mission.

Dadurch verbessern sich:

  • die Genauigkeit von Strahlungsmodellen
  • die Zuverlässigkeit von Missionsprognosen
  • die Robustheit von Systemdesign und Mitigationsmaßnahmen.

Der Einsatz von SATDOS ermöglicht:

  • ein besseres Verständnis der Dynamik der Weltraumstrahlung
  • fundiertere Design- und Abschirmentscheidungen
  • belastbare Qualifikationsnachweise
  • reduzierte Programmrisiken und Unsicherheiten.

Interesse an SATDOS für Ihre Mission?

Kontaktieren Sie uns, um zu erfahren, wie SATDOS in Ihr Satelliten- oder Konstellationsprojekt integriert werden kann und wie Sie von präzisen Daten zur Strahlungsumgebung im Orbit, zur Elektronikzuverlässigkeit und zur Missionssicherheit profitieren können.

zum Kontakt

Strahlungsfestigkeit

Outreach, ESA-Projekte & Referenzen

Seibersdorf Laboratories engagiert sich aktiv in europäischen und internationalen Initiativen im Bereich Radiation Hardness Assurance (RHA). Als verlässlicher Partner in ESA-Projekten und internationalen Forschungskooperationen unterstützen wir die Entwicklung harmonisierter Testmethoden, Strategien zur Zuverlässigkeitsbewertung von Commercial Off-The-Shelf (COTS) Komponenten sowie die Weiterentwicklung von Qualifikations- und Teststandards für strahlungsresistente Elektronik.

Neben der Projektarbeit beteiligt sich Seibersdorf Laboratories aktiv an internationalen Konferenzen, Expertengremien und technischen Arbeitsgruppen. Dadurch stärken wir unsere Rolle innerhalb der globalen Radiation Effects- und Space Electronics Community und tragen zur Weiterentwicklung von Standards und Best Practices in der Strahlungshärtung elektronischer Systeme bei.

Reliable COTS, Sustainable Space - Powered by CORHA

ESA CORHA-2 Projekt

CORHA-2: Zuverlässigkeit von kommerzieller Elektronik für Weltraummissionen

Aufbauend auf dem Erfolg seines Vorgängers CORHA ist das CORHA-2-Projekt eine von der ESA finanzierte Initiative unter der Leitung von Seibersdorf Laboratories, durchgeführt in Partnerschaft mit der Universität Padua. CORHA-1 legte zunächst den Grundstein, indem es kommerzielle elektronische Komponenten (sogenannte commercial off-the-shelf, oder kurz: „COTS“) auf ihre Strahlungsfestigkeit testete und moderne und innovative Ansätze für die Strahlungsfestigkeit (Radiation Hardness Assurance, RHA) definierte und etablierte, um den kostengünstigen und zuverlässigen Einsatz kommerzieller Technologie in europäischen Weltraummissionen zu ermöglichen [1][2][3][4].

CORHA-2, das offiziell am 31. Oktober 2024 gestartet wurde, erweitert diese Vision über drei Jahre und verschiebt die Grenzen der Zuverlässigkeit von COTS-Komponenten durch fortschrittliche Strahlungstests, zugängliche Datenbanken, und die Untersuchung des Einsatzes von KI-Modellen für die Analyse von Trends und die Vorhersage von Ergebnissen.

Das CORHA-2 Projekt in Kürze

  1. Komponentenauswahl
    CORHA-2 konzentriert sich auf die Auswahl kritischer elektronischer Komponenten wie III-V-Halbleiter, Datenwandler, Speicher, Oszillatoren und andere stark nachgefragte Technologien, die für Weltraummissionen unerlässlich sind. Bauteilvorschläge von der Industrie werden entgegengenommen um gemeinsam mit ESA eine finale Bauteilliste für das Projekt zu definieren.
     
  2. Fortgeschrittene Strahlungstests
    Die Testmethoden von CORHA-1 werden in CORHA-2 verfeinert und erweitert. Dabei werden Tests zur Total Ionizing Dose (TID) und zu Single Event Effects (SEE) mit schweren Ionen und gepulsten Lasern durchgeführt, um die Auswirkungen der Weltraumstrahlung auf COTS zu simulieren.
     
  3. Offene Datenbank
    CORHA-2’s radiation testing data will be available in a publicly accessible database, offering industry stakeholders detailed insights and promoting transparency.Die Daten der Strahlungstests von CORHA-2 werden in einer öffentlich zugänglichen Datenbank verfügbar sein, die den Interessenten der Branche detaillierte Einblicke bietet und die Transparenz und Kompetenz der europäischen Raumfahrt fördert.
     
  4. KI-gestützte Strahlungsfestigkeitsanalysen
    Das Projekt integriert maschinelles Lernen, um die Vorhersagegenauigkeit zu verbessern und die Effizienz der Prozesse zur Sicherstellung der Strahlungsfestigkeit zu erhöhen.
     
  5. Richtlinien für kostengünstige Missionen
    ​​​​​​​CORHA-2 baut auf den grundlegenden Richtlinien von CORHA-1 auf und bietet aktualisierte bewährte Verfahren für den Einsatz von COTS bei kostengünstigen Weltraummissionen, um die Weiterentwicklung der europäischen Raumfahrtindustrie zu unterstützen.

Ausgewählte Bauteile

Die folgenden Bauteile wurden für TID- und SEE-Tests im CORHA-2-Projekt aus über 100 Einreichungen der europäischen Raumfahrtindustrie während der ersten Phase des Projekts ausgewählt:

 

Kontaktieren Sie uns

Für weitere Informationen zu CORHA-2, einschließlich potenzieller Kooperationen, Datenzugriff oder Testanfragen, senden Sie uns bitte eine E-Mail an corha(at)s-l.at​​​​​​​ .

 

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Für Projektnachrichten und Updates folgen Sie uns auf LinkedIn: CORHA-2 Project News auf LinkedIn​​​​​​​

CORHA-2 setzt neue Maßstäbe für Zuverlässigkeit, Kosteneffizienz und Nachhaltigkeit in der Weltraumtechnologie. Gestalten Sie mit uns die Zukunft von COTS in der Weltraumforschung!

[1] https://indico.esa.int/event/444/contributions/7793/attachments/5317/8527/Tscherne_CORHA_ESA_FPD_v1.0.pdf​​​​​​​

​​​​​​​
[2] C. Tscherne et al., "Testing of COTS Operational Amplifier in the Framework of the ESA CORHA Study," 2020 20th European Conference on Radiation and Its Effects on Components and Systems (RADECS), Toulouse, France, 2020, pp. 1-7, doi: 10.1109/RADECS50773.2020.9857692.


[3] M. Wind et al., "Testing of COTS Multiplexer in the Framework of the ESA CORHA Study," 2021 21th European Conference on Radiation and Its Effects on Components and Systems (RADECS), Vienna, Austria, 2021, pp. 1-7, doi: 10.1109/RADECS53308.2021.9954531.


[4] M. Wind et al., "SEE Testing of COTS Microcontroller and Operational Amplifier in the Framework of the ESA CORHA Study," 2022 22nd European Conference on Radiation and Its Effects on Components and Systems (RADECS), Venice, Italy, 2022, pp. 1-8, doi: 10.1109/RADECS55911.2022.10412391.

 

RADHARD Symposium

RADHARD Symposium

Das RADHARD Symposium ist ein internationales Fachforum zum Thema Strahlungseffekte in elektronischen Komponenten und Radiation Hardness Assurance (RHA) und wird von Seibersdorf Laboratories organisiert.

Mit dem Ziel, die Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen, Industrie und Raumfahrtagenturen zu stärken, bietet RADHARD eine Plattform für den Austausch aktueller wissenschaftlicher und technischer Erkenntnisse.

Das Symposium umfasst unter anderem:

  • Fachvorträge zu Total Ionizing Dose (TID), Single Event Effects (SEE) und Displacement Damage (DD)
  • Einblicke in neue Methoden für Strahlungstests und Qualifikation
  • Updates zu Standards, Testverfahren und Qualifikationspraktiken
  • Networking-Möglichkeiten innerhalb der internationalen Radiation-Effects-Community

Die Tagungsbände und Programmbeiträge des RADHARD Symposiums zeigen die aktive Rolle von Seibersdorf Laboratories bei der Weiterentwicklung von Forschung, Testmethoden und Qualifikationsstrategien im Bereich der Strahlungseffekte in der Elektronik.

Weitere Informationen, Programme und Proceedings finden Sie auf der RADHARD-Website: www.radhard.eu 

Publikationen & Wissenschaftliche Beiträge

Seibersdorf Laboratories ist eng mit der internationalen Radiation-Effects- und Dosimetrie-Community vernetzt. Unsere Expertinnen und Experten veröffentlichen und präsentieren regelmäßig wissenschaftliche Arbeiten zu Themen wie:

  • Radiation Hardness Assurance (RHA) Methoden und Strategien
  • Ergebnisse aus Radiation Hardness Assurance Tests
  • Beiträge zu internationalen Data Workshops
  • Dosimetriemethoden und Kalibrierverfahren
  • Intervergleichskampagnen und Messvalidierung

Viele unserer technischen Beiträge sind über anerkannte wissenschaftliche Plattformen verfügbar, darunter IEEE Xplore sowie die Proceedings internationaler Fachkonferenzen.

Durch die kontinuierliche Veröffentlichung von Testergebnissen, Validierungsstudien und methodischen Weiterentwicklungen stellen wir sicher, dass unsere Arbeit:

  • wissenschaftlich begutachtet wird
  • international vergleichbar und benchmarkfähig ist
  • den neuesten Entwicklungen in Strahlungstests und Qualifikationsmethoden entspricht.

Eine Auswahl unserer Veröffentlichungen finden Sie auf IEEE Xplore:

https://ieeexplore.ieee.org/search/searchresult.jsp?newsearch=true&queryText=seibersdorf%20laboratories 

Häufig gestellte Fragen

FAQ - Strahlungsfestigkeit

Radiation Hardness Assurance ist ein umfassender Engineering-Prozess, der sicherstellt, dass elektronische Komponenten und Systeme auch unter ionisierender Strahlung zuverlässig funktionieren. Dazu gehören unter anderem die Definition der Strahlungsumgebung, Strahlungstests (TID, DD, SEE), Analyse, Mitigationsstrategien sowie normkonforme Qualifikation.

RHA hilft, Missionsausfälle, Funktionsfehler und sicherheitskritische Ereignisse zu vermeiden. Durch die Analyse der Strahlungseinflüsse auf Elektronik können Risiken quantifiziert, geeignete Schutzmaßnahmen entwickelt und belastbare Qualifikationsdaten erstellt werden.

RHA konzentriert sich vor allem auf drei zentrale Strahlungseffekte:

  • Total Ionizing Dose (TID) – kumulativer Schaden durch ionisierende Strahlung
  • Displacement Damage (DD) – strukturelle Schäden im Halbleitergitter
  • Single Event Effects (SEE) – transiente oder zerstörerische Ereignisse durch einzelne Teilchen

TID beschreibt die kumulative ionisierende Strahlungsdosis, die sich im Laufe der Zeit in Halbleitermaterialien ablagert. Diese kann elektrische Parameter verändern und die Leistungsfähigkeit elektronischer Bauteile beeinträchtigen.

TID-Tests sind besonders wichtig für Systeme mit langer Betriebsdauer oder hoher erwarteter Strahlungsbelastung, beispielsweise in:

  • Raumfahrtmissionen
  • kerntechnischen Anlagen
  • medizinischen Strahlungsumgebungen.

Displacement Damage entsteht, wenn energiereiche Teilchen – etwa Protonen oder Neutronen – Atome aus ihrer Position im Kristallgitter eines Halbleiters verdrängen. Dies kann Parameter wie Verstärkung, Dunkelstrom oder Detektoreffizienz verändern.

SEE sind plötzliche Fehlereignisse, die durch den Einschlag einzelner energiereicher Teilchen verursacht werden. Dazu gehören beispielsweise:

  • SEU (Single Event Upset) – Bitfehler
  • SEL (Single Event Latch-up) – potenziell zerstörerische Stromzustände
  • SET (Single Event Transient) – transiente Signalstörungen
  • SEFI (Single Event Functional Interrupt) – Funktionsunterbrechungen

SEE-Tests liefern Daten darüber, wie häufig und bei welchen Energieleveln strahlungsinduzierte Fehler auftreten können. Diese Daten werden für:

  • Soft Error Rate (SER) Prognosen
  • Designentscheidungen
  • Mitigationsstrategien

verwendet.

Ja. Auch auf der Erde kann sekundäre kosmische Strahlung (insbesondere Neutronen) Soft Errors in modernen Halbleitertechnologien verursachen. Daher ist RHA auch relevant für:

  • industrielle Elektronik
  • Automotive-Systeme
  • Rechenzentren und Dateninfrastruktur.

Die FIT-Rate ist eine Zuverlässigkeitskennzahl, die angibt, wie viele Ausfälle pro eine Milliarde Betriebsstunden erwartet werden können.

Die Strahlungsumgebung wird anhand von Faktoren wie Orbit, Höhe, Abschirmung und Betriebsbedingungen modelliert. Daraus werden Teilchenspektren und Fluenzprofile abgeleitet, die als Grundlage für Tests und Simulationen dienen.

Typische Normen sind unter anderem:

  • ECSS-Q-ST-60-15C – europäischer Raumfahrtstandard für RHA
  • ESCC Basic Specifications – Testmethoden für TID, DD und SEE
  • MIL-STD-Methoden – US-amerikanische Teststandards

Diese Standards werden je nach Anwendung und Branche angepasst.

ECSS-Q-ST-60-15 ist ein zentraler europäischer Raumfahrtstandard für Radiation Hardness Assurance Programme und beschreibt Anforderungen für TID-, DD- und SEE-Analysen von Raumfahrtelektronik.

Ja. Für Raumfahrtprogramme ist RHA in der Regel eine technische und vertragliche Voraussetzung, um Zuverlässigkeit und Sicherheit elektronischer Systeme sicherzustellen.

RHA beinhaltet auch:

  • Definition der Strahlungsumgebung
  • Auswahl geeigneter Bauteile
  • Schaltungs- und Designanalysen
  • Risikoanalysen
  • Mitigationsstrategien
  • nachvollziehbare Dokumentation.

Commercial-Off-The-Shelf (COTS) Komponenten verfügen häufig über keine vollständigen Strahlungsdaten. RHA ermöglicht eine systematische Bewertung, Screening und missionsspezifische Qualifikation solcher Bauteile.

Idealerweise so früh wie möglich, bereits in der Konzept- und Designphase. Dadurch können Strahlungsrisiken frühzeitig in Bauteilauswahl, Systemarchitektur und Mitigationsstrategien einfließen.

Ja und nein. Abschirmung kann die akkumulierte Strahlungsdosis reduzieren, aber ihre Wirksamkeit hängt stark von Design und Strahlungsumgebung ab. Einige SEE-Effekte lassen sich im Weltraum nur begrenzt abschirmen.

Ein missionsspezifisches RHA-Programm wird exakt auf Ihre Betriebsumgebung, Missionsdauer und Systemanforderungen zugeschnitten.

„Test-As-You-Fly“ beschreibt einen SEE-Testansatz, bei dem Testbedingungen den realen Betriebszuständen eines Systems möglichst genau entsprechen, um realistische Ergebnisse zu erhalten.

“Test-As-You-Fly” beschreibt einen SEE-Testansatz, bei dem Testbedingungen den realen Betriebszuständen eines Systems möglichst genau entsprechen, um realistische Ergebnisse zu erhalten.

Standards definieren:

  • Testbedingungen
  • Dosisraten
  • Messpunkte
  • Berichtsstrukturen

Dadurch sind Testergebnisse vergleichbar, nachvollziehbar und für Qualifikationsreviews geeignet.

RHA ist relevant für zahlreiche Industrien, darunter:

  • Raumfahrt
  • Luftfahrt und Avionik
  • Kerntechnik und Beschleunigeranlagen
  • Medizin und Nuklearmedizin
  • Halbleiterindustrie
  • Automotive
  • industrielle Infrastruktur
  • sicherheitskritische Systeme.

Simulationen – etwa Monte-Carlo- und Teilchentransportmodelle – verbessern das Verständnis und die Testplanung. Sie ergänzen physische Bestrahlungstests, ersetzen diese jedoch nicht.

Nachvollziehbare Dokumentation ist entscheidend für:

  • Qualifikationsboards
  • Audits
  • Zertifizierungsprozesse
  • Risikobewertungen.

Ein Strahlungsmodell beschreibt physikalisch das erwartete Teilchenspektrum und die Fluenz, denen ein System im Betrieb ausgesetzt ist. Diese Modelle dienen als Grundlage für Tests und Qualifikation.

Ja. Die Analyse der Strahlungsumgebung umfasst häufig auch Abschirmungsanalysen und Dosisprognosen, um Testbedingungen und Designmargen festzulegen.

DDD ist eine alternative Bezeichnung für Non-Ionizing Energy Loss (TNID) und beschreibt die nicht-ionisierende Strahlungsenergie, die strukturelle Schäden in Materialien verursacht.

Die Empfindlichkeit gegenüber SEE hängt stark ab von:

  • Teilchenspektren
  • Abschirmbedingungen
  • Betriebsmodi und Systemarchitektur.

Durch quantitative Daten zu Degradationseffekten und Ereignisraten ermöglicht RHA:

  • fundierte Designentscheidungen
  • gezielte Mitigationsstrategien
  • normkonforme Qualifikation
  • reduzierte Missions- und Projektrisiken
ePortal Login

Digitale Service-Plattform zur einfachen und übersichtlichen Dokumentenverwaltung im Strahlenschutz.

Login
Academy Login

Kurs-Buchungsplattform - Kurse online buchen!

Login
Website Login

Geschützter Bereich für autorisierte Nutzer.

Login